Ein historisches Instrument kehrt heim

Ein historisches Instrument kehrt heim

Der Konzertsommer in der Walholzkirche hat diesmal einen ganz besonderen Höhepunkt: Alfred Lutz, Konzertmeister beim Rundfunksymphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks, spielt das Instrument von Medardus Knoop an historischer Stätte.

Hunolstein/Weiperath. (doth) Der Walholz- Konzertsommer der Pfarrei St. Laurentius Morscheid und des Hunsrückvereins bietet am Sonntag, 29. August, ein geschichtsträchtiges Klangerlebnis: Der Konzertgeiger Alfred Lutz spielt um 17 Uhr die Walholzgeige, die schon einmal vor 200 Jahren Medardus Knoop, Lehrer und Küster in Hunolstein, an gleicher Stelle erklingen ließ.

"Seit gut einem Jahr bereiten wir dieses Konzert vor", erklärt Michael Pinter vom Hunsrückverein und Organisator der Konzertreihe. Ein eher zufälliges Treffen mit Familie Bonnaire, den Nachfahren Knoops, hatte dazu den Anstoß gegeben. Nach einem kurzen Gespräch stand für Pinter fest: "Die Geige muss hier gespielt werden." Jetzt haben die Verwandten des Urahns aus dem saarländischen Bilsdorf erneut die Walholzkirche besucht und dem TV die Geschichte des Instrumentes erzählt.

"Wie alt die Geige von unserem Vorfahren Medardus Knoop ist, kann heute nicht mehr ermittelt werden", bedauert Heiner Bonnaire.

Er kann jedoch die Reise des Instrumentes durch zwei Jahrhunderte nachzeichnen. Medardus habe die Geige als Lehrer zum Unterricht gebraucht. Er lebte von 1755 bis 1820 in Hunolstein. In seine Fußstapfen trat Sohn Johann. In dritter Generation ging Johann-Peter Knoop als Lehrer mit der Geige ins saarländische Bilsdorf. Seine Tochter Barbara heiratete 1901 dort den Bergmann Jakob Bonnaire. Die Geige wurde an deren Sohn, Peter Bonnaire, vererbt, der ebenfalls Küster und Bergmann war. Seit dessen Tod im Jahre 1967 ist Heiner Bonnaire Geigenbesitzer. "Leider kann in unserer Familie niemand Geige spielen", bedauert der pensionierte Lehrer. Das Instrument hing 40 Jahre in einem bedauernswerten Zustand an der Wand.

2008 nahm Bonnaire Kontakt zu Alfred Lutz auf. Der ist Konzertmeister beim Rundfunksymphonieorchester des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und übergab das Instrument zur Restaurierung an seinen Freund und Geigenbaumeister Gerhard Balus. Dieser verhalf der Violine zu neuem Klang, der am Sonntag zum Gedenken an Medardus Knoop das historische Gotteshaus der Walholzkirche zwischen Hunolstein und Weiperath nach 200 Jahren wieder erfüllen wird.

ExtraProgramm des Jubiläumskonzertes: Werke von Georg Friedrich Händel (1685- 1759) und Johann Pachelbel (1653-1706), die Kreuzigungssonate von Barockkomponist Heinrich Biber (1644-1704) sowie verschiedene Trios von August Reinhard (1831-1912) und Frank Bridge (1879-1941). Besonderer Höhepunkt ist Alan Ridouts (1934-1996) "Ferdinand" von 1971 für Geige und Sprecher (Michael Pinter). Es spielen Alfred Lutz (Geige), Christian Ebersbach (Cello), Ruriko Goto-Lutz (Harmonium und E-Piano, Richard Ebersbach (Klavier). Geigenbauer Gerhard Balus wird ebenfalls zum Konzert kommen. (doth)

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