Ein Jahr Zeit gewonnen

Die Nikolaus-Koch-Stiftung hat zugesagt, dass sie die Stelle der Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Morbach ein weiteres Jahr finanziert. Heute Abend befasst sich der Morbacher Gemeinderat mit der Frage, ob die Einheitsgemeinde in die Finanzierung künftig mit einsteigen soll. Die Situation in Traben-Trarbach bleibt indes ungewiss.

Morbach/Traben-Trarbach. Nina Weinand kann für ein weiteres Jahr Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Morbach bleiben. Die Nikolaus-Koch-Stiftung hat jetzt die schriftliche Zusage gegeben, dass sie die Finanzierung der Stelle in Morbach auch 2015 übernimmt, sagt Frauke Lörsch, Leiterin der Grundschule Morbach. Bereits für 2014 hatte die Stiftung die Finanzierung der Stelle gesichert, nachdem die zweijährige Anschubfinanzierung durch den Bund ausgelaufen war. Den Antrag hatte Lörsch selbst bei der Stiftung gestellt. Denn ihr ist wichtig, dass Weinand ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann.
Grüne: Kreis ist in der Pflicht



Sowohl Land als auch Kreis und Gemeinde hatten es abgelehnt, dafür Gelder zur Verfügung zu stellen (der TV berichtete). "Wir freuen uns riesig, dass Nina Weinand ein weiteres Jahr bei uns bleiben kann", sagt Lörsch. Das Finanzierungsproblem sei aber nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Denn die Stiftung hat bei ihrer Zusage deutlich gemacht, dass sie ihr Engagement über 2015 hinaus nicht verlängern wird. Deshalb habe man eigentlich nur ein Jahr Zeit gewonnen, um die Frage der Finanzierung grundsätzlich zu lösen, sagt Lörsch.
Diesem Problem will sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen widmen. Vor der Zusage der Stiftung hatte sie bereits einen Antrag für die heutige Morbacher Gemeinderatssitzung gestellt. Ihr Ziel: Die Gemeinde Morbach soll beschließen, dass sie künftig die Hälfte der Kosten für die Schulsozialarbeiterin trägt. Für die andere Hälfte sieht Fraktionssprecher Uwe Andretta den Kreis in der Pflicht, da dieser für Jugendhilfe zuständig sei. Auch nach der Zusage der Stiftung wollen die Grünen über die Schulsozialarbeiterin diskutieren, damit die Stelle auch für die künftigen Jahre gesichert wird.
Doch wie geht es für Weinand an der Grundschule in Traben-Trarbach weiter? Denn die beiden Grundschulen teilen sich die Schulsozialarbeiterin. Wolfgang Hill, Leiter der Grundschule Traben-Trarbach, hat ebenfalls einen Antrag an die Nikolaus-Koch-Stiftung geschickt, die auch hier die Finanzierung für dieses Jahr übernommen hat, aber noch keine Antwort erhalten. Hill kann vorläufig nicht aufgebrauchte Mittel der Stiftung auch ins nächste Jahr übertragen, sodass Weinand auf jeden Fall bis Ostern in Traben-Trarbach bleiben kann. Doch das weitere Engagement Weinands an der Mosel bleibt ungewiss. Der VG-Rat Traben-Trarbach hatte bereits im Sommer den Beschluss gefasst, die Hälfte der hier anfallenden Kosten zu übernehmen. Auch hier soll der Kreis nach dem Willen des Rates die andere Hälfte finanzieren, sagt Bürgermeister Marcus Heintel, was dieser bisher jedoch immer abgelehnt hat.
Unabhängig von der Finanzierung in Traben-Trarbach kann Weinand auf jeden Fall an der Grundschule Morbach arbeiten. Denn Arbeitgeber der Schulsozialarbeiterin ist der Trierer Verein Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. Würde eine der beiden halben Stellen an einer der Grundschulen wegfallen, würde Weinand bei Palais e.V. dafür andere Aufgaben erhalten.Extra

Der Gemeinderat Morbach tagt heute ab 18.30 Uhr im Rathaus. Weitere Themen sind unter anderem Änderungen der Bebauungspläne Auf der Huhf in Morbach und Auf der Rau in Bischofsdhron (beides Neubaugebiete) und in Morbach Dhröner Weg (Ansiedlung eines Drogeriemarktes). Weiterhin stehen die Prioritätenliste 2015 und die Breitbandversorgung in der Gemeinde Morbach auf der Tagesordnung. cst