Ein Jaspis für 370 000 Herzen

Wohl einen der größten Jaspisbrocken aller Zeiten hat der Edelsteingestalter und Träger des rheinland-pfälzischen Staatspreises Helmut Wolf aus Kirschweiler bearbeitet. Den leuchtend roten Stein kann man noch einige Tage lang bei ihm bewundern.

Größte Sorgfalt war beim Transport eines rund zehn Tonnen schweren und drei Meter hohen Jaspisbrockens notwendig. Der Stein wird nach seiner Bearbeitung einen Platz in einem privaten Skulpturenpark in England finden. Foto: Kurt Knaudt

Kirschweiler. (jst) Helmut Wolf ist bekannt für seine spektakulären Großobjekte, drei Einträge ins Guinnessbuch der Rekorde brachten sie ihm schon ein. Vor 15 Jahren begann Wolf damit, einen Skulpturenpark für einen Engländer auszustatten, im Laufe der Jahre kam immer wieder mal die eine oder andere Besonderheit hinzu. Nun kann Wolf dem Liebhaber wieder einen Blickfang für die Sammlung liefern: den mit rund zehn Tonnen Gewicht wohl größten Jaspis, der je gefunden wurde. Der Brocken stammt gemeinsam mit zwei weiteren Stücken von jeweils 3,6 und 3,4 Tonnen Gewicht aus einer Mine in Südafrika.

"Ich bin extra hingefahren, um die Vorbereitung für den Transport persönlich zu überwachen", berichtet Wolf. "Mein erster Gedanke, als ich den rund drei Meter hohen tiefroten Stein sah, war, wie viele Jaspisherzen von 2,5 Zentimetern Größe man daraus wohl machen kann." Er kam auf die fast unglaubliche Zahl von 370 000 Stück. "Aber es wäre natürlich verrückt, so einen wunderschönen und einmaligen Stein zu zerschneiden", meint Wolf. Die drei Brocken wurden per Schiff nach Hamburg gebracht und dann mit einem Tieflader in Kirschweiler abgeliefert. Bei dem Transport und dem Verladen musste man größte Sorgfalt walten lassen, erklärt Wolf, da sie wegen ihrer Form sehr leicht verrutschen und dadurch beschädigt werden können. "Ich habe hier die Steine nur so weit gesäubert und bearbeitet, dass die ungewöhnlich kräftige Farbe und die schöne Zeichnung gut hervorkommen", berichtet Wolf. Die Jaspisskulpturen werden noch einige Tage hinter seinem Haus in Kirschweiler stehen, bevor sie auf die Reise nach England geschickt werden.

"Am Dienstag und Mittwoch, 6. und 7. Oktober, kann man sich die außergewöhnlichen Steine bei mir an der Mühlwiesenstraße 20 anschauen", bietet Wolf an. "Man wird wohl kaum wieder die Gelegenheit haben, einen so großen Jas pis zu sehen." Natürlich war Wolf auch bei der Jubiläumsausgabe der Intergem vertreten, wo er schon oft mit seinen spektakulären Objekten, wie etwa der größten je hergestellten Vase aus Bergkristall, für Aufsehen gesorgt hat. Sein neuestes, allerdings noch unvollendetes Werk ist ein Ei, das er aus einem rund 730 Kilo schweren Rosenquarz gestaltet hat. Gemeinsam mit einem Sockel aus Aventurin hat die Skulptur eine Höhe von 1,20 Meter und wiegt 240 Kilogramm. "Das Interessante ist, dass durch die natürliche Zeichnung ein zweites Ei darin zu sehen ist", berichtet Wolf über seine neueste Arbeit. Aus diesem zweiten Ei soll dann das Relief eines Frauentorsos, das der Graveur Hans Ulrich Pauly bereits als Skizze angelegt hat, gearbeitet werden. "Diese in dem Stein verborgene Struktur erinnerte mich an die uralte Frage, was wohl zuerst da war, die Henne oder das Ei", erläutert Wolf. "Das brachte mich auf die Idee, das Objekt ,Die Neuschöpfung des Lebens' zu nennen."