Ein Kino, eine Eisdiele, ein Zoo...
Einen Jugendraum und einen ordentlichen Busbahnhof - das sind die Favoriten auf einer Wunschliste von Kindern und Jugendlichen aus der Ortsgemeinde Thalfang. Sie wurden im Rahmen einer Dorfmoderation vom Büro Stadt-Land-plus aus Boppard befragt.
Thalfang. Helena, Nina und Carolin, alle zehn Jahre alt, wünschen sich eine Eisdiele im Ort. Die neunjährige Michelle vermisst ein Kino. Und Paulina (6) träumt von einem Zoo. Mehr als ein Dutzend Kinder lassen ihren Gedanken im Thalfanger Haus der Begegnung freien Lauf. Ihr Treffen moderiert Stadtplaner Gerald Pfaff vom Büro Stadt-Land-plus aus Boppard. Sein Büro hat den Auftrag für die Dorfmoderation im Luftkurort bekommen. Im Rahmen des Arbeitskreises Generationen wurden zunächst speziell Kinder und Jugendliche eingeladen, um Wünsche für ihr Thalfang der Zukunft zu äußern.
Doch nicht nur Erfreuliches kommt in der einstündigen Sitzung zu Tage.
Die jungen Teilnehmer äußern auch sehr deutlich, was ihnen nicht passt. Sie vermissen ausreichende und intakte Spielplätze und Spielgeräte, und ihnen stinkt der Müll im Ort.
Die "Wunsch-Hitliste", die sie am Ende der Sitzung formulieren, ist wenig spektakulär: bessere Spielplätze, eine ordentlichen Busbahnhof und einen Jugendraum.
Am gleichen Abend treffen sich die Jugendlichen ab 13 Jahren. Ihre Wünsche unterscheiden sich kaum von denen der Jüngeren. Auch sie wie wollen einen schöneren Busbahnhof und einen Jugendraum. Zudem findet der Vorschlag der 16-jährigen Cora großen Anklang. Sie spricht sich für einen günstigeren Eintritt für Kinder und Jugendliche im Schwimmbad und auf den Tennisplätzen aus - ein Vorschlag, der von den anderen unterstützt wird.
Es sei ein "gutes Ergebnis", ist der Stadtplaner aus Boppard überzeugt, der mit diesen Veranstaltungen Erfahrungen hat. Er habe schon mal mit 60 Kindern und Jugendlichen eine Ideenbörse veranstaltet. Ein anderes Mal habe er vor leeren Bänken gesessen. Die "Wunsch-Hitlisten", die die jungen Dorf-Experten erstellt haben, nimmt Pfaff mit ins nächste Arbeitskreis-Treffen. Dort werden all diese Punkte konkret angesprochen. Dann wird besprochen, wie es weitergeht. Denkbar sei, dass mit den Kindern und Jugendlichen die Spielplätze besichtigt werden, um den Handlungsbedarf abzuklären. Das Projekt will das Bopparder Büro im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen haben.
Meinung
Mögliches rasch umsetzen
Kinder an die Macht" - von diesem erfolgreich von Herbert Grönemeyer besungenen Vorgang ist unsere Gesellschaft weit entfernt. Aber immerhin: In Thalfang werden die Jungbürger ohne Stimmrecht gehört. Und sie wollen keine Wolkenkuckucksheime, sondern Dinge, die durchaus realistisch und umsetzbar sind. Da ist der Busbahnhof, dessen Neubau die "große Politik" längst beschlossen hat. Vielleicht ist es vor der Umsetzung machbar, dass die jungen Experten noch hinzugezogen werden oder gar mitgestalten dürfen. Und da ist der Jugendraum, den viele deutlich kleinere Orte im Hunsrück längst haben. In der Vergangenheit hat es offenbar Probleme mit der Selbstverwaltung gegeben. Aber mit ein bisschen gutem Willen müsste es doch eine Lösung geben, damit die Jugendlichen sich nicht auf der Straße treffen müssen. Wichtig sind zwei Dinge: dass die Umsetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt und dass Kinder und Jugendliche miteinbezogen werden. Denn nur dann wissen sie diese Dinge zu schätzen. i.rosenschild@volksfreund.de