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Wein: Ein kleiner Dank an großartige Helfer

Wein : Ein kleiner Dank an großartige Helfer

Gibt es derzeit andere Themen als Corona, die Diskussion über eine Mundschutzpflicht oder das Hamstern von Klopapier? Es gibt sie eher nicht. Man steht mit ihnen auf, man geht mit ihnen ins Bett.

An etwas Schönes denken: Ist das in diesen Zeiten moralisch überhaupt erlaubt? Darf man Ostern genießen und sich beispielsweise auf ein Glas Wein freuen? Ich denke, man darf.

Dem Wein wird ja auch nachgesagt - in Maßen getrunken - gesundheitsfördernd zu sein. Werben dürfen Winzer damit nicht. Unweigerlich denke ich aber an die Geschichte des „Bernkasteler Doctors“. Der Sage nach lag der Trierer Kurfürst Boemund im Jahr 1360 todkrank in der Burg Landshut oberhalb von Bernkastel. Nichts und niemand schien ihm mehr helfen zu können. Da machte sich ein Winzer auf den Weg. Der Kurfürst trank von seinem Wein und wurde gesund. Seither heißt der Wein aus dieser Lage „Doctor“. Wissenschaftlich belegt ist die Geschichte nicht. Aber sie wird gern erzählt.

Und ich denke daran: Wie schön wäre es, wenn sie in diesen Zeiten, die noch niemand von uns erlebt hat, wahr wäre. Schon Nikolaus Cusanus (1401-1464), der große Kardinal und Philosoph, verfügte, dass die in dem von ihm gestifteten Altenheim die Bewohner jeden Tag ein Glas Wein bekamen. Der Wein hat also schon lange eine große Bedeutung. Er gehört zu unserer Kultur. In dem Zusammenhang könnten wir an noch etwas denken. Wenn dieser ganze Spuk vorbei ist, könnten wir den Menschen, die gerade Außergewöhnliches für Kranke und Gesunde leisten, mit Wein eine kleine persönliche Dankesbotschaft überbringen.