Kommunalpolitik: Ein kleiner Eiffelturm in Manderscheid?

Kommunalpolitik : Ein kleiner Eiffelturm in Manderscheid?

Ein Funkmast und ein Rinderstall haben die Mitglieder des Manderscheider Stadtrats beschäftigt. Schlechte Nachrichten gab es von der Post.

In der Ratssitzung hatte Manderscheids Stadtbürgermeister Günter Krämer keine guten Nachrichten. Die Poststelle, die momentan in der Kurfürstenstraße ist, wird Ende Juni geschlossen. Der Stadtbürgermeister hierzu: „Ich habe dazu schon bei der Post nachgefragt. Die sind gewillt, dass sie jemand neues finden, der es macht. Die jetzigen Räumlichkeiten könnten weiter genutzt werden.“ Die Ratsmitglieder wollen nun überlegen, wie sie unterstützen können, und wen sie für die Poststelle ansprechen könnten. Erste Ideen waren im Kurhaus oder auch bei der Tankstelle. Doch dazu müssen erst Gespräche geführt werden. In einer der nächsten Sitzungen will man darüber noch einmal beraten.

Zudem wurde im Rat eine Bebauungsplanänderung besprochen. Auf einem ausgewiesenen Schwimmbadparkplatz, der aber kaum genutzt wird, entstehen drei Baustellen. Da es sich um eine Innenentwicklung handelt, kann ein vereinfachtes Verfahren angewendet werden, der Bebauungsplan muss aber geändert werden. Günter Krämer: „Es gibt ausreichend Parkplätze rund um das Schwimmbad, so dass es durch die Baugrundstücke nicht zu Schwierigkeiten bei der Parksituation kommen wird.“

Über den Bau eines 40 Meter hohen Mobilfunkmasts, den die Firma Vodafon in der Nähe des Sportplatzes aufstellen will, haben die Ratsmitglieder ebenfalls diskutiert. Sie haben den Antrag schon einmal abgelehnt, als er an anderer Stelle gebaut werden sollte. Aber auch diesen Standort finden die Ratsmitglieder nicht gut, da er zu nah an der Bebauung liegt. Grundsätzlich sehen die Ratsmitglieder es als wichtig an, dass die Stadt mit einer guten digitalen Infrastruktur ausgestattet ist. Aber noch sind ihnen zu viele Fragen offen. Sie möchten wissen, wie hoch die Abdeckung des Netzes ist, wie man sich die 40 Meter vorstellen muss in der Landschaft und warum der Turm nicht weiter weg von der Bebauung stehen kann. „Die Verantwortlichen sollen uns mal Orte nennen, wo so hohe Türme stehen, damit wir uns ein Bild machen können. Nachher haben wir hier einen kleinen Eiffelturm stehen.“ Eines der Ratsmitglieder konnte bei der Höhe eine Vergleichsgröße geben. Der Kirchturm der Manderscheider Kirche ist 36 Meter hoch. Der von Vodafon angestrebte Turm also vier Meter höher. Um die noch ausstehenden Fragen zu klären, soll ein Mitarbeiter des Unternehmens in eine der nächsten Sitzungen eingeladen werden.

Zugestimmt hat der Rat dem Bauantrag eines Landwirts, seinen Stall zu erweitern, damit die einzelnen Tiere mehr Platz haben. Zudem sollen 55 Rinder, die aktuell in einem anderen Stall außerhalb der Stadt untergebracht sind, nach Manderscheid umziehen können.

Eine Absage hat der Rat einer Ladesäule für Elektroautos erteilt. Dafür sieht man keinen Bedarf. Außerdem müsste die Stadt monatlich 86 Euro zahlen. „Die Hotels besorgen sich für ihre Gäste selbst Ladestationen, und Privatpersonen, die elektrisch fahren wollen, lassen sich auch eine an ihrem Haus installieren“, so die Meinung eines Ratsmitglieds.

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