Ein kleines Dorf und sein großer Verein

Ein kleines Dorf und sein großer Verein

HOCHSCHEID. Der Musikverein 1926 Hochscheid braucht sich um seine Zukunft nicht zu sorgen. Obwohl der Ort noch keine 300 Einwohner zählt, mangelt es nicht an Nachwuchs für das Orchester, in dem sich junge wie ältere Hochscheider wohl fühlen.

Mit 80 Jahren noch nicht in die Jahre gekommen zu sein, ist eine reife Leistung. Vor allem für einen Verein, der in einem Dorf mit knapp 300 Einwohnern nicht auf allzu viel Nachwuchs hoffen kann. Doch in Hochscheid, einem Hunsrückdorf, in dem aus jeder Familie mindestens einer zu musizieren scheint, ist das offensichtlich kein Problem. Die Ständchen, mit denen sich die 53 Aktiven selbst zum runden Geburtstag aufspielen, ernten zudem verdient begeisterten Applaus. "Eine tolle musikalische Einstimmung", findet auch Landrätin Beate Läsch-Weber, die Schirmherrin des Jubiläums. Doch der hohe Anteil an Aktiven ist nicht die einzige Besonderheit dieses Vereins, in dem jeder zweite Musiker jünger als 27 Jahre ist. Auch das weibliche Doppelgespann, das in Hochscheid den Ton angibt, ist nicht gerade als alltäglich zu bezeichnen. Doch der Erfolg des Vereins bestätigt die Besetzung. Dirigentin Sabine Meinhard meistert mit ihren Damen und Herren selbst schwierigste musikalische Klippen. Und die Vorsitzende Ute Engelmann versteht es, locker und kurzweilig durch ein feierliches Festprogramm zu führen. "Musik macht unser Dorf lebenswerter und fröhlicher", hebt Engelmann die tiefe Verbundenheit des Vereins mit den kulturellen Traditionen des Dorfes hervor. Außerdem spiele der Verein zu jedem runden Geburtstag unentgeltlich auf. Vorgänger der 1926 ins Leben gerufenen "Vereinigten Musikfreunde" Hochscheid war laut Engelmann ein 1921 begründeter gemischter Chor. Landrätin Läsch-Weber lobt vor allem die engagierte Jugendarbeit des Vereins, der auch erfolgreich Kooperationen mit benachbarten Jugendorchestern pflege. Für Ewald Tonner, den Vorsitzenden des Kreismusikverbandes, wird in Hochscheid das Schöne der Musikvereine deutlich: "Das Zusammenspiel von Jung und Alt." Nach Ansicht von Leo Wächter ist es vor allem der Jugendarbeit zu danken, dass der Verein mit seinen 80 Jahren "jung und dynamisch" geblieben ist. An diesem Ergebnis hat Ortsbürgermeister Erhard Wolf nicht unerheblichen Anteil. Zeichnet er doch als Jugenddirigent für den Erfolg des Nachwuchses mit verantwortlich. Pfarrer Stefan Haastert würdigt das unermüdliche Engagement der Musiker mit einer Dankurkunde des Kirchspiels Kleinich. Danach geht es mit dem Musikverein Haag und "Happy's Music" zum geselligeren Teil über, den tags darauf Gastvereine beim Freundschaftsspielen fortsetzen.

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