Ein "Kümmerer" muss her
Es gibt viel zu tun, packen wir es an: Die Lüxemer leben die Dorferneuerung und haben nicht nur Ideen im Kopf, sondern präsentierten am Mittwochabend gleichzeitig deren Umsetzungsmöglichkeiten.
Wittlich-Lüxem. Ein McDonalds-Imbiss und ein Pool zum Schwimmen, das wünschten sich Lüxemer Kinder bei der Neugestaltung des Festplatzes. Dieses Vorhaben allerdings wird nicht in die Maßnahmenliste zur Lüxemer Dorferneuerung aufgenommen. Aber die meisten anderen Vorschläge der Einwohner klingen umsetzungswert und realistisch, sodass Ortsvorsteher Peter van der Heyde den Abend mit den Worten schloss: "Da wird einiges in den nächsten Jahren zu tun sein, interessante Dinge, die wir gerne umsetzen." Zuvor wurden den 28 Zuhörern die Ergebnisse der sechs Arbeitskreise präsentiert, die sich zwischen Januar und März mit der Dorferneuerung befasst haben. Die Arbeitskreise mit Lüxemer Einwohnern haben Ideen sowie deren Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt. Neben den regulären Treffen fanden weitere Zusammenkünfte, Ortsbegehungen und Gespräche statt, sodass ein umfassendes Bild von den Wünschen der Lüxemer zur zukunftsorientierten Gestaltung ihres Wohnortes entstehen konnte. Dorfmoderation nennt sich dieses Vorgehen und bedeutet, dass unter Beteiligung des Wittlicher Stadtplaners Eldagsen und der beauftragten Trierer Ingenieurgesellschaft für Stadtplanung, vertreten durch Anke Esseln, eine umfassende Bestandsanalyse vorgenommen wird. Die Zielvorstellungen der Einwohner werden mit den Vorstellungen des Planungsbüros zusammengeführt. Am Ende soll ein Bürgergutachten stehen, aus dem Maßnahmen abgeleitet und Stück für Stück umgesetzt werden. Die Sprecher der Arbeitskreise erläuterten die Ergebnisse. Joachim Schiffer sprach zur Umgestaltung des Festplatzes, Sylvia Schmitt zum Dorftreff. Wolfgang Rippinger warb für eine Lüxemer Homepage. Klaus Weber-Kadner entwickelte Vorstellungen zur Verkehrsberuhigung. Frank Benz schilderte mittels einer Kartenprojektion den geplanten Wanderweg rund um Lüxem. Alois Simon sprach zu Gebäudeleerständen. "Die Dorfmoderation lebt, sie geht weiter; wir brauchen Kümmerer", so das Fazit des Ortsvorstehers. Das Wort vom Kümmerer fiel des öfteren auch aus den Reihen der Zuhörer. Es sollen Personen gefunden werden, die sich federführend um die Maßnahmen kümmern. Dies sei erfolgsrelevant.
Zunächst wird bis Sommer das Bürgergutachten durch das Planungsbüro erstellt. Bis Herbst ist der Abschluss des Dorfentwicklungsprogramms geplant. Dann wird es an die Umsetzung der Maßnahmen gehen. Extra Lüxemer Dorfmoderation (Auszug): Arbeitskreis Dorftreff/Mehrgenerationentreff/Jugendraum: Nutzung des unteren Raumes im Pfarrheim für alle Generationen; Arbeitskreis Festplatz: soll zu einem attraktiven Platz in der Dorfmitte werden, unter anderem offener Pavillon mit Sitzgruppe, Möglichkeiten für Ballspiele und Freiluftschach; Arbeitskreis Homepage: Entwickeln einer Internet-Homepage für Lüxem; Arbeitskreis Allgemeine Verkehrsberuhigung: Straßenverschwenkungen bum Beispiel an den Ortseingängen, Kindergarten und innerörtlichen Durchgangsstraßen; Arbeitskreis Rundwanderweg: Verbindung der vorhandenen Wege rund um Lüxem mit Ansichten auf das Dorf; Arbeitskreis Gebäudeleerstände: Entwickeln einer Fibel mit Tipps beim Umbau ortsbildprägender Gebäude sowie Installation einer Immobilienbörse auf der Homepage der Stadt Wittlich für leerstehende Häuser. (ger)