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Ein Leben für den Wittlicher Fußball

Ein Leben für den Wittlicher Fußball

Fußball ist seine große Leidenschaft: Seit der Kindheit schießt Franko Zwang das Runde in das Eckige. Heute ist er Vorsitzender des Sportvereins Wittlich, der bald seinen 100. Geburtstag feiert.

Wittlich. Franko Zwang ist der Mann, der im Hintergrund die Fäden zieht. Seit Dezember 2006 ist er einer der Vorsitzenden des Sportvereins Wittlich (SVW). Er plant, organisiert, arbeitet Termine ab - und sieht sich selbst dabei als gar nicht so wichtig: "Ich arbeite viel daheim im Hintergrund. Wir haben viele Mitarbeiter, die super mithelfen. Ich muss nicht mehr an vorderster Front spielen."
Rückkehr nach elf Jahren


An vorderster Front gespielt hat Franko Zwang lange. Schon als Kind war Fußball für ihn das Größte, mit sechs Jahren wurde er Mitglied des SVW. Er kickte sich durch alle Jugendmannschaften des Vereins. Als junger Mann ließ er den SVW hinter sich, spielte unter anderem beim Sportverein Klausen und schaffte es mit dem FSV Salmrohr in die Oberliga Südwest. Der Kontakt zum Wittlicher Verein brach ab.
Elf Jahre später kehrte Zwang zurück. Er wurde zunächst Trainer beim SVW, dann Vorsitzender. "Ich bin froh, dass ich wieder zurückgekehrt bin. Durch die Rückkehr habe ich alte Kontakte wieder aufgewärmt und neue tolle Menschen kennengelernt."
Franko Zwang ist 44 Jahre alt. Geboren wurde er in Koblenz, doch er fühlt sich wie ein gebürtiger Wittlicher. Als Zweijähriger kam er nach Wittlich, noch heute fühlt er sich "sauwohl" in der Stadt: "Wittlich ist meine Heimatstadt. Ich hatte nie den Drang, hier wegzuziehen. Es ist eine Kleinstadt, hat aber diesen dörflichen Provinzcharakter." Eine Stadt, in der jeder jeden kennt. Das sei es, was Wittlich so faszinierend macht.
Wenn Franko Zwang aufzählt, was ihm an Wittlich gefällt, muss er nicht lange überlegen: "Karneval ist in Wittlich immer schön. Zur Kirmes braucht man nichts mehr zu sagen, die ist ja jedes Jahr das Highlight. Und der Wittlicher Weihnachtsmarkt ist gemütlich, auch wenn viele drüber meckern."
Vor einigen Jahren musste Zwang jedoch einen kleinen Kampf mit der Stadt Wittlich ausfechten. Der Stadtrat wollte damals den alten Hartplatz beim Sportzentrum sanieren, Zwang und seine Kollegen wünschten sich dagegen einen Kunstrasenplatz.
"In jedem Kaff sind Kunstrasen wie Pilze aus dem Boden geschossen", sagt Zwang. "Nur in Wittlich nicht."
Er schrieb damals einen Rundbrief an alle Stadtratsmitglieder. Ob dieser Brief ausschlaggebend war oder nicht - der Stadtrat entschied sich gegen die Sanierung und für einen Kunstrasen.
Wittlich sei keine Stadt, die sich über die Anliegen ihrer Sportler hinwegsetze. Franko Zwang erinnert sich an die letzten Bürgermeister: "Hagedorn war immer für den Sport. Bußmer war auch nicht abgeneigt, soweit ich das beurteilen kann. Und Rodenkirch hat immer ein offenes Ohr für uns."
Der SVW feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen. "Der Verein kann stolz darauf sein. Es gab viele Höhen und Tiefen in der Vereinsgeschichte. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Verein so lange besteht."
Im Sommer feiert der SVW sein Jubiläum mit einem Sportfest. "Das ist viel Arbeit", sagt Zwang über die Vorbereitungen, "aber es wird ein Highlight. Da freue ich mich drauf."
Extra

Franko ZwangAlter: 44 Jahre Beruf: gelernter Verwaltungsfachangestellter Hobbys: Fußball Wittlich ist für mich: ein schöner Ort