Ein Leben in Dur und Moll: Opernsängerin Helene Wirtz in Bergweiler

Ein Leben in Dur und Moll: Opernsängerin Helene Wirtz in Bergweiler

Helene Wirtz hat als Altistin viele Jahre auf Opernbühnen gestanden. Jetzt lebt sie in Bergweiler. Ihr Leben war nicht immer einfach. Aber das hält sie bis heute nicht vom Singen ab.

Etwa 30 Gäste haben sich im Wohnzimmer von Helene Wirtz in Bergweiler eingefunden. Es ist ein kleines Hauskonzert. Ungewöhnlich ist der kleine Rahmen für die Gesangsdarbietung von Helene Wirtz, ihrer Freundin Mechthild Rot-Haas zusammen mit Pianistin Ludmilla Alexandrowa und deren Tochter Marina an der Geige. Noch ungewöhnlicher sind die Bedingungen unter denen die Sängerin, die ihr Alter nicht nennen möchte, dieses Konzert veranstaltet.

Denn erst wenige Wochen zuvor hat sie ihren Mann tot im eigenen Haus gefunden. Er ist vollkommen überraschend gestorben. Während sich andere in ihrem Schmerz zurückziehen würden, geht Helene Wirtz einen anderen Weg. "Mein Mann hat immer gesagt, dass ich mit der Musik weitermachen soll, wenn er vor mir stirbt." Diesen Wunsch nimmt sie ernst und lädt deshalb zum Konzert ins Wohnzimmer ein.

Eigentlich ist die gebürtige Düsseldorferin ein größeres Publikum gewöhnt. Denn sie hat als ausgebildete Sängerin an der Oper in Düsseldorf gesungen. Eine Bilderecke in ihrem Haus zeigt Fotos von ihr aus dieser Zeit oder auch von bekannten Persönlichkeiten der Opernwelt wie Montserrat Caballé, mit der sie auch schon auf der Bühne stand.
Sechs Jahre lang hat Wirtz Gesang studiert. Neben Stimmbildung stand unter anderem Harmonielehre auf dem Lehrplan. Zudem wurde vermittelt, wie man sich Lieder anhand von Noten selbst erarbeiten kann. Gleich nach der Ausbildung zur dramatischen Altistin klappte es mit dem Engagement an der deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Gegen 40 Bewerber habe sie sich durchsetzen können, erzählt Wirtz mit Stolz. Dabei habe sie zweimal vorsingen müssen, weil sie beim ersten Mal vor lauter Aufregung versagt habe.

In Düsseldorf hat Wirtz auch ihren Mann, "meinen größten Kritiker" wie sie selbst sagt, am Abendgymnasium kennengelernt. Die Liebe zur Musik war bei ihr schon vorher vorhanden. "Meine Mutter hatte eine wunderbare Altstimme", erzählt Helene Wirtz. Sie selbst habe schon in der Volksschule im Chor gesungen und sei dort auch aufgrund ihres Talentes gefördert worden.

Ihr Berufsleben war turbulent. Ihre Kinder waren meist bei den Schwiegereltern in Manderscheid, während sie zwischen Familie und ihren Auftritten pendelte. Vor 17 Jahren ließen sie und ihr Mann sich dann in Bergweiler, also nicht weit von Manderscheid, nieder.

Hier lebt Helene Wirtz jetzt zusammen mit ihrem Sohn, der durch eine Krankheit nicht mehr arbeiten kann. Ihre Tochter hat Wirtz vor zehn Jahren durch tragische Umstände verloren. Viele Schicksalsschläge hat sie hinnehmen müssen. Das alles hat sie aber nicht davon abgehalten zu singen. Denn die Musik gibt ihr nach eigenen Aussagen viel Kraft.

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