Ein Leben ohne Pizza und Schokolade

Ein Leben ohne Pizza und Schokolade

Die 41-jährige Wittlicherin Eva Biele hat jahrelang in Afrika gelebt und gearbeitet. Lösungsorientiert und besonnen hat die Geografin und vierfache Mutter dort mit ihrer beruflichen Fachkompetenz die Bevölkerung in landwirtschaftlichen Fragen beraten und Sozialprojekte betreut.

Wittlich-Lüxem/Butare. "Wo liegt Butare?" fragen Sie sich jetzt vielleicht. Butare ist eine Universitätsstadt im Süden Ruandas (Afrika), und genau hier hat die gebürtige Lüxemerin und Geografin Eva Biele ihre zweite Heimat gefunden.

Dabei wollte sie als Kind ursprünglich Tierärztin werden. Doch das Interesse in der Schule am Fach Geografie, das anschließende Studium an der Universität Bonn sowie ein Praktikum in Westafrika stimmten sie um.

Erste "Berührung" mit Ruanda bekam Biele 1997 im Rahmen des Agro-Forstprojekts "Pasi", einem Partnerschaftsprojekt der Universität Mainz und der agrarwissenschaftlichen Fakultät in Butare. Seitdem ist die vierfache Mutter beruflich wie auch privat eng mit Afrika verbunden.

Einiges hat sie dort schon mit viel Engagement auf die Beine gestellt. Lehrveranstaltungen in Klimatologie, Bodenkunde und Agrargeografie sowie soziale Projekte bei der Kinderhilfsorganisation Human Help Network sind nur Beispiele ihrer Tätigkeiten in Afrika.

Projekte für Straßenkinder und Frauen



Bis Juli dieses Jahres hat sie Straßenkinder- und Frauenprojekte betreut, Großfamilien mit landwirtschaftlicher Beratung unterstützt und Strategien entwickelt, wie den Menschen zu einem Einkommen verholfen werden kann.

Zurzeit ist sie in Lüxem bei ihrer Mutter und auf Arbeitssuche. Dass sie mit ihren vier Kindern wieder zurück nach Afrika will, steht für Eva Biele außer Frage. "Die Menschen dort sind sehr freundlich, und mir gefallen ihre Leichtigkeit und die positive Lebenseinstellung, auch wenn es ihnen materiell viel schlechter geht als uns. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit afrikanischen Organisationen leichter als hier in Deutschland."

Aber das sei nur ein Teil davon, was das Leben in Afrika so lebenswert mache. Sie würde diesen Weg jederzeit wieder gehen. Heimweh kennt sie nicht. Was sie allerdings hin und wieder vermisse, seien deutsche Schokolade, Pizza und der Wechsel der Jahreszeiten. Das gäbe es in Ruanda leider nicht. Bei gleichbleibenden Temperaturen um die 25 Grad gibt es dort nur einen Wechsel zwischen nass und trocken - der Regen- und Trockenzeit.

Neben ihrer Muttersprache spricht Biele perfekt Französisch und Englisch. Auch ihre Kinder wachsen mehrsprachig auf. In ihrem oft anstrengenden Berufsalltag bekommt sie große Unterstützung von ihrem Partner, einem Afrikaner, und Kindermädchen Alice.

Sie wird sie auch weiterhin brauchen. Denn schließlich möchte sie bald wieder in Ruanda oder Burundi arbeiten und die dortige Bevölkerung mit ihrer besonnenen und hilfsbereiten Art unterstützen.

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