Ein Mann, der zum Hund wird

Mehr Besucher als erwartet sind zur Premiere der Theatergruppe des Hauses der Jugend in Wittlich gekommen. Die Gäste waren sowohl vom Stück als auch von der Leistung der Schauspieler beeindruckt. "Der Mann, der sich in einen Hund verwandelt" soll noch an anderen Orten aufgeführt werden.

Wittlich. Der Schauspielunterricht der vergangenen Wochen und Monate hat sich gelohnt. Tosenden Applaus gab es für die Theatergruppe Koyon im Haus der Jugend in Wittlich. 70 Besucher, von zehn bis 70 Jahren, waren zur Premierenvorstellung gekommen, um das sozialkritische Stück "Der Mann, der sich in einen Hund verwandelte", zu sehen.
Nächstes Stück: Glasmenagerie


Und es gab durchweg positive Resonanz vonseiten der Zuschauer. Sandra Karl aus Bausendorf, die selbst in Trier das Satirikon Theater in der Tufa leitet: "Man sieht, dass die Schauspieler sehr ausgefeilt gelernt haben, mit vielen Techniken aus der Pantomime. Die Stimmung ist sehr gut rübergekommen."
Auch Karl Horn aus Bergweiler gefiel der Theaternachmittag: "Die Leistung der Schauspieler war hervorragend. Das Stück war mal was anderes, sehr dramatisch, aber der heutigen Zeit angepasst." Im Stück geht es um einen Mann, der auf Arbeitssuche ist, und trotz zahlreicher Talente eine Arbeit als Wachhund annehmen muss. Durch seinen Job verwandelt er sich auch privat immer mehr in einen Vierbeiner.
Die Theatergruppe Koyon besteht seit Sommer 2010 und wird von Roberto Barahona geleitet. Er sagt: "Wir haben eine hohe Fluktuation in der Gruppe, weil die Schule vorgeht und viele dann keine Zeit mehr fürs Theater hatten, aber jetzt haben wir eine gute Gruppe aus zwölf Leuten zusammen und können Stücke aufführen". Einige Schauspieler hatten schon Bühnenerfahrung, andere spielten zum ersten Mal Theater. Vor zwei Monaten begannen die Schauspieler intensiv mit den Proben für das Stück. Oliver Münch, Darsteller: "Die Arbeit war etwas ganz Besonderes, Roberto hat sehr professionell mit uns gearbeitet, Atemübungen, Konzentration, Gestik und Mimik mit uns einstudiert. Wir waren heute auch sehr nervös, weil doch deutlich mehr Zuschauer gekommen sind, als wir erwartet hatten."
Es gibt bereits Anfragen, das Stück an anderen Spielorten aufzuführen. Wo und wann das sein wird, steht aber noch nicht fest. Klar ist, dass die Truppe weitermachen will, als nächstes steht "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams auf ihrem Probenplan. chb