Ein Mann, ein Dorf

WOLZBURG. Das kleine 189-Seelen-Dorf Wolzburg ist ein idyllischer Ort. Das zeigt schon die Tatsache, dass sich hier einige stressgeplagte Großstädter mit einem Zweitwohnsitz niedergelassen haben. Dafür, dass das Wohnen mit Erholungswert dort erhalten bleibt, sorgen Ortsvorsteher Rudolf Frenzer und sein Ortsbeirat.

Von allen nur liebevoll "Rudi" genannt, ist er ein alter Hase in Sachen Kommunalpolitik. Vor eineinhalb Jahr wiedergewählt, fungierte er bereits zwischen 1988 und 1994 als Sprecher aller Wolzburger. So "ganz nebenbei" ist er auch im Vereinsleben aktiv. Markenzeichen eines solchen Ortsvorstehers und aller Ortsbeiräte ist, dass sie nicht nur Beschlüsse fassen, sondern diese auch selbst mit aufgekrempelten Ärmeln in die Tat umsetzen. "Die Dorfverschönerung und die Verbesserung der Wegesituation liegen uns am Herzen", sagt Frenzer. Ein Beispiel ist die Sanierung der alten Mauer an der Kapelle. Jetzt soll hier noch ein Geländer installiert werden. Birken mussten weichen

Ein Schmuckstück ist die Freizeitanlage mit Grillplatz geworden. Die Instandsetzung des "Heuweges" mit neuem Schotter steht noch aus. Die Grillhütte soll gut erreichbar sein. Ein Dorn im Auge des Ortsvorstehers waren auch die elf Birken im Ortszentrum. "Die Anlieger haben aufs Fällen dieser Bäume gewartet, denn Pollenflug, Laub und Blütenstaub bis in die Wohnstuben hinein waren eine echte Belästigung", erklärt Frenzer. Deshalb und weil die Birken morsch und faul gewesen seien, habe der Ortsbeirat bei der Gemeinde beantragt, sie zu fällen. In der Zwischenzeit ist das passiert. Was Frenzer noch mehr bedrückt, sind leer stehende Häuser, die im Ort dem Verfall preisgegeben sind. "Kein Mensch schaut nach diesen Gebäuden", entrüstet er sich und verlangt, dass die Gemeinde die Eigentümer anschreibt um sie auf die Verkehrssicherungspflicht hinzuweisen. "Es geht nicht nur um reine Baumängel, sondern sogar schon um Baufälligkeit und Ungeziefer", entrüstet sich Frenzer. Was gut funktioniert, ist das Wolzburger Vereinsleben mit der (ehemaligen) Feuerwehr, die zur Interessengemeinschaft Wolzburg mit Frenzer an der Spitze umfunktioniert wurde, zwei Kegelclubs und der Sängergemeinschaft "Balkanlerchen". Auch an die für einen solch kleinen Ort hohe Zahl von Kindern und Jugendlichen werde gedacht. Eigenleistung wird dort immer groß geschrieben. Ein Wunsch des Ortsvorstehers ist die Verbreiterung des Weges nach Morscheid. "Ansonsten haben wir keine Probleme", stellt Rudolf Frenzer fest, appelliert jedoch an seine Wolzburger, dass noch mehr Leute mit anpacken und sich in den Vereinen engagieren sollten, denn diese überaltern allmählich.