Ein Mann für viele Streitfälle

Ob bei Problemen mit der Straßenreinigung, dem Arbeitsamt oder der Gefängnisleitung: Der rheinland-pfälzische Bürgerbeauftragte ist immer Ansprechpartner. Dieter Burgard absolvierte seine erste Sprechstunde in Wittlich.

Wittlich. (mai) Seit sieben Monaten ist Dieter Burgard der Bürgerbeauftragte des Landes und als solcher der Ansprechpartner für Menschen, die Probleme mit Verwaltungen haben.

Regelmäßig bietet er Sprechtage in Verwaltungen an. Der Sprechtag in der Wittlicher Kreisverwaltung war ein Heimspiel. Burgard: "Hier kennt man sich. Ein Bekannter hat mir sogar Blumen vorbeigebracht, um mir zu meinem Amt zu gratulieren."

Doch wie auch sonst an Sprechtagen hatte Burgard ein ordentliches Pensum zu absolvieren. Elf Petenten hat er an einem halben Tag empfangen. Hat er den ganzen Tag Zeit, sind es bis zu 20.

404 persönliche Gespräche hat der frühere Kommunalpolitiker, der zuletzt Mitglied im Wittlicher Stadtrat und im Kreistag war, bereits als Bürgerbeauftragter absolviert. Heftige Schicksale habe er kennengelernt, sagt Burgard. 3183 Petitionen sind in diesem Jahr im Büro des Bürgerbeauftragten bereits eingegangen. Bislang sei es gelungen, zwei Drittel der Petitionen zur Zufriedenheit der Bürger zu erledigen, sagt Burgard.

In Wittlich kamen in der Sprechstunde ganz verschiedene Themen zur Sprache. Ein Wittlicher hat sich über die Abrechnung der Straßenreinigung beschwert. Er wohnt in einem Haus in zweiter Reihe und versteht nicht, wieso er genauso wie der Besitzer des Vorderhauses für die Reinigung des gleichen Straßenabschnitts zahlen soll. Ein weiterer Petent hatte keine Ahnung, wieso das Arbeitsamt ihm 200 Euro seines knappen Arbeitslosengelds II abzieht. Um Hilfe in einem Asylfall bat ein weiterer Bürger. Dabei geht es laut Burgard um eine Familie mit mehreren Kindern, die seit einigen Jahren in der Region lebt und nach Aserbaidschan abgeschoben werden soll.

Um Streitfälle zu lösen, will Burgard verstärkt Termine vor Ort wahrnehmen. Aktuell war er in Thalfang, wo seit langem über die Abschaffung von Doppelgräbern gestritten wird. Nun prüft die Verwaltung den Vorgang noch einmal (der TV berichtete).

Just dieser Streit hatte den Kreis Bernkastel-Wittlich 2009 zum Spitzenreiter im Land bei der Zahl der Petitionen gemacht. Diese Art von Rangliste will Burgard nicht mehr veröffentlichen. Seiner Meinung nach kann sonst wie in diesem Fall ein einziger Streitpunkt mit vielen Beschwerden eine Kommune unverdient in ein schlechtes Licht rücken.

Kontakt: Bürgerbeauftragter Dieter Burgard, Telefon 06131/2899989, Internet: www.derbuergerbeauftragte.rlp.de