Ein neu gegründeter Verein soll das Motorsportrennen Traben-Trarbach auf eine tragfähige Basis stellen.

Nach zwei tödlichen Unfällen : So geht das Traben-Trarbacher Motorboot-Rennen in die Zukunft

Ein neu gegründeter Verein soll die Veranstaltung auf eine tragfähige Basis stellen. Es gibt es einige Veränderungen.

Nach zwei tödlichen Unfällen 2016 und 2018 in der erst vor fünf Jahren wieder ins Leben gerufenen sportlichen und touristischen Attraktion der Mittelmosel steht jetzt fest: Es wird ein wenig kleiner in Zukunft, aber die Serie wird Bestand haben.

Viele Gespräche hinter verschlossenen Türen mit Geldgebern, Sicherheitsinstanzen, Verbänden, Stadt, Unterstützern und Teilnehmern sind  seit den tragischen Vorkommnissen im Juni vergangenen Jahres nötig gewesen, bis jetzt der Fortbestand des Motorbootrennens – eine Institution seit Ende der 1950er Jahre im Schatten der Doppelstadt – gesichert ist.

„Uns ist wichtig, dass die Idee der Rennserie auch in diesem Jahr ohne Unterbrechung weiter getragen wird“, sagt Dr. Wolfgang Malk, der Sprecher des Vorstands des neuen ausrichtenden Vereins Motorbootrennen Traben-Trarbach.

In einigen Punkten, so der Jurist, werde „einiges etwas kleiner ausfallen. So werden wir auf die große Tribüne, die wir im vergangenen Jahr errichtet hatten, verzichten. Aber wir haben von vielen Seiten, vor allem aus dem Fahrerfeld, ein Feedback bekommen, dass die Rennserie weiter gehen muss.“ Die beiden tödlichen Unfälle, beide nachweislich ohne Schuld oder Versäumnisse des Veranstalters geschehen, hatten die lokalen Idealisten, die nach fast 20 Jahren die Serie wieder hatten aufleben lassen, ins Mark getroffen.

Hinzu war eine witterungsbedingte Absage gekommen. 2016 musste das Rennen wegen Hochwassers im Herbst nachgeholt werden. Die Rennen, vom internationalen Verband und den Fahrern aus aller Welt wegen ihres Anspruchs hoch geschätzt, standen wirtschaftlich und vermeintlich auch vom Sicherheitsaspekt her unter keinem guten Stern. Alles schien möglich. Abruptes Ende oder doch wieder ein zweiter Neuanfang. Jetzt steht fest: Am 25. und 26. Mai wird wieder auf der Mosel gefahren. Die Rahmenbedingungen sind gesichert.

Erleichtert erklärt Malk im Gespräch mit unserer Zeitung, dass „uns die Sponsoren fast alle treu geblieben sind. Dass dennoch der eine oder andere Sponsor abgesprungen ist, hat nichts mit den Vorkommnissen bei den Rennen zu tun, sondern beruht auf betriebswirtschaftlichen Entscheidungen.“ Man habe, so Malk sogar neue Sponsoren finden können. Es sei erfreulich zu sehen, dass „vielen Menschen die Rennserie und das Ereignis etwas bedeuten“.

Ein ausgesprochener Befürworter der Rennen ist Stadtbürgermeister Patrice Langer. Auch wenn manch Bürger der Stadt wegen der  Begleiterscheinungen, die vielleicht den einen oder anderen Gast abgeschreckt hätten, nicht froh mit der Veranstaltung seien: „Letztendlich kommt das Ereignis vielen Hoteliers und Gewerbe-Treibenden zugute und ist ein Aushängeschild für die Stadt und die Mittelmosel“, sagt Langer. Einige Sponsoren, sagt Malk, hätten sogar ihren finanziellen Beitrag erhöht. „Dennoch wollen wir maßvoll planen.“ Nachdem in den vergangenen Jahren der Traben-Trarbacher Geschäftsmann Ingo Kaspari mit seinem „Gewerbe Sportevents“ die Veranstaltung ausgerichtet hatte, soll die Veranstaltung mit dem neuen Verein nun auch auf eine neue, zukunftsfähige Basis gestellt werden. Worte, die sicherlich viele im Umfeld des Rennens gerne hören werden. Aus sportlicher Sicht oder als Unternehmen, das von der touristischen Strahlkraft partizipiert.