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Ein neuer Hahn für die Niederöfflinger Pfarrkirche

Religion : Ein neuer Hahn für die Niederöfflinger Pfarrkirche

„Kuckt dee Honn unn Richtung von da Hand (Hontheim), kimmt dat Wedda mat Unverstand (Unwetter), kuckt er unn Richtung Großleetchen (Großlittgen), kimmt Rechen“. Die Niederöfflinger Bauernregel kann wieder zum Einsatz kommen.

Denn die Pfarrkirche hat ab sofort einen neuen, wieder funktionierenden Wetterhahn. An der Pfarrkirche in der knapp über 450 Einwohner zählenden Gemeinde hat an vielen Stellen der Zahn der Zeit genagt – auch am Hahn und im Gebäudeinnern. Hermann Josef Clemens, Mitglied im Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde und Ortsbürgermeister sagt: „Sowohl das Gebälk, die Dachstruktur und der Glockenturm haben sich im Laufe der Jahre verzogen. Auch waren auf dem Dachboden nur alte provisorische Gehstege, die ein sicheres Begehen nicht möglich machten. Ebenso lagen noch zwei Eisenglocken aus der Kriegszeit hier, die das Gebälk unnötig belasteten.“

Mithilfe eines Krahns wurde das Turmkreuz demontiert und der alte Hahn abmontiert. Er hatte seit Jahren nur noch in eine Richtung gezeigt, weil er sich am Dachkreuz verhakt hatte. Die Kunstschmiede Hans-Jörg Bender aus Schweich fertigte einen komplett neuen Hahn an. Clemens zu den umfangreichen Arbeiten: „Die Tauben hatten die Steinwoll-Isolierung total verdreckt. Eine Fachfirma musste sie restlos unter Schutzkleidungsbedingungen absaugen und entsorgen. Die elektrische Installation für das Geläut wurde neu verlegt und eine neue Steuerung installiert. Das Gebälk im Kirchendach wurde mit teils alten Eichenbalken ausgebessert, die Schiefereindeckung repariert und die Dachrinne komplett erneuert.“ Auch um die Kirche herum ist einiges passiert. Der Sockel sowie die Gehwege sind neu angelegt. Die Stufe beim Eingang ist verschwunden. Jetzt kann jeder auch mit Rollator die Kirche betreten.

Hans-Peter Theisen, zweiter Vorsitzender im Verwaltungsrat freut sich, wenn das große Gerüst, mit dem die Kirche seit Jahresbeginn eingerüstet ist, verschwindet und das Gotteshaus bald im neuen Glanz erstrahlt. Das Eingangsportal mit dem Wappen des Himmeroder Abtes von Pidoll aus dem Jahr 1734 wird noch farblich neu angelegt, der Sandsteinfensterbogen neu verfugt und der komplette Außenanstrich erneuert. Theisen: „Wenn Corona es uns dann ermöglicht, wollen wir ein großes Fest feiern.“

Bis dahin kommt auf die Kirchengemeinde und ihren Verwaltungsrat noch mit der Finanzierung ein großes Problem zu. „Ein Großteil der Renovierungskosten ist von der Pfarrgemeinde zu stemmen, denn das Bistum trägt nur einen Teil.“