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Ein neues Bett für den Dormesbach

Umwelt : Ein neues Bett für den Bach

Im Klausener Ortsteil Pohlbach wird der Dormesbach renaturiert. Verrohrungen werden entfernt und natürliches  Bachbett hergestellt – auch zum Schutz der Anwohner. Die Kosten: rund 400 000 Euro.

Der Dormesbach ist rund zwei Kilometer lang und fließt auf 160 Metern zwischen privaten Grundstücken im Klausener Ortsteil Pohlbach. Steile Ufermauern, die in einigen Teilen bröckelten, ein betoniertes Bachbett und Verrohrungen engten den Bach ein. Für Kleinstlebewesen gab es kaum Lebensraum und bei Starkregen, beispielsweise im Februar dieses Jahres, kam es zu gefährlichen Hochwassersituationen, weil Wurzeln und Geäst das Wasser stauten.

Anwohnerin Steffi Mick erinnert sich: „Bei einem starken Regenfall  haben wir am späten Abend zwischen 22 und 23 Uhr noch Baumstämme aus dem Bach gezogen, sonst wäre hier „Land unter“ gewesen. Es ist gut, dass die Maßnahme hier jetzt gemacht wird.“

Hochwasser soll nach Meinung der Verantwortlichen, der Gemeinde und der Verbandsgemeinde nicht mehr vorkommen. Deshalb sind in Juni die Bagger angerollt, um dem Dormesbach wieder ein natürliches Umfeld zu geben.

Biogeowissenschaftlerin Annabell Klar erklärt: „Der Bach wird auf einer Länge von 1,8 Kilometern biologisch durchgängig gemacht.“ Konkret bedeutet das, dass die Halbschalen und Rohre, die im Flussbett lagen, entfernt wurden. Verschieden große Steine und Nährboden liegen jetzt am Gewässergrund, so wird Lebensraum geschaffen. Das Ufer wird wieder zu einer natürlichen Böschung umgestaltet. Unter Überfahrten werden großräumig Rohre gelegt, die zu einem Drittel mit Nährboden für Gewässer gefüllt wurden, um eine biologische Durchgängigkeit zu herzustellen.

Das Bachbett wurde außerdemverbreitert und mit einem Graben, den man auch Flutmulde nennt, ausgestattet. Bei Starkregen soll so das Wasser im Wald, von wo der Bach kommt, zurückgehalten werden.

Momentan sieht es auf der Baustelle imposant aus. Die ersten schweren Natursteinblöcke ersetzen die bröckelnde Betonmauer. Sie wirken noch wuchtig, was vor allem daran liegt, dass der Dormesbach nach dem trockenen Sommer kaum Wasser führt.

Insgesamt sind drei Bagger im Einsatz, die Boden verteilen und umschichten. Da links und rechts des Baches ausschließlich private Grundstücke liegen, ist es wichtig, dass zwischen der Gemeinde, den Anwohnern, den Baufirmen und den Behörden regelmäßiger Kontakt ist. Einmal pro Woche trifft man sich, um die weiteren Maßnahmen und Fragen zu besprechen. Ortsbürgermeister Alois Meyer sagt: „Es hat mehrere Anliegerversammlungen und Einzelgespräche im Vorfeld der Bauarbeiten gegeben. Wenn Fragen sind, können die Anlieger dazu kommen und wir besprechen das gemeinsam.“ Er fügt hinzu: „Bisher hat das sehr gut funktioniert und ohne die Akzeptanz der Anwohner ginge es nicht.“ Das bestätigt Andreas Hofer von der Verbandsgemeinde Wittlich-Land: „Das haben wir so nicht überall und das hatten wir auch so nicht erwartet.“

Bis Ende November wird es noch dauern, bis die Arbeiten, die von der Firma Wey ausgeführt und vom Büro Hömme aus Pölich geplant wurden, fertig sind. Rund 400 000 Euro kostet die gesamte Maßnahme. 90 Prozent werden vom Land bezuschusst, die restlichen zehn Prozent teilen sich Ortsgemeinde und Verbandsgemeinde. Größere Schwierigkeiten erwartet Bauleiter Valentin Hayer bei den weiteren Arbeiten nicht.