Ein neues Nahverkehrskonzept sorgt an der Mosel für mehr Busfahrten und bessere Anschlüsse

Neues Busangebot : Busse fahren ab September im Stundentakt durchs Moseltal

Vom neuen Nahverkehrskonzept können die Menschen an der Mosel vom 1. September an profitieren. Es sollen dort deutlich mehr Busse fahren als bisher, entlang der Mosel sogar im Abstand von einer Stunde. Der Volksfreund erklärt, was sich sonst noch ändert.

Umsteigen heißt das Gebot der Stunde. Möglichst viele Menschen sollen ihr Auto stehen lassen und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen. Das soll den drohenden Verkehrsinfarkt in den Städten abwenden, auf dem Land das Klima schützen und die Teilhabe aller Bürger am öffentlichen Leben sichern. Im ländlichen Raum sind dafür die Hürden besonders hoch: Schon heute fahren Busse häufig leer durch die Gegend, hauptsächlich sind es Schüler, die den ÖPNV nutzen.  Und je weniger Tickets verkauft werden, um so geringer wird das Angebot – ein Teufelskreis. Das Ganze ist ein Verlustgeschäft für die Öffentliche Hand. Und wenn es wegen des demografischen Wandels immer weniger Schüler gibt, droht die Finanzierungslücke, noch zu wachsen.

Die Ziele Diese Abwärtsspirale soll mit einem neuen Nahverkehrskonzept für die Region gestoppt werden. Seit Jahren arbeitet der Verkehrsverbund Trier (VRT) zusammen mit den Kreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel, der Stadt Trier, dem Wirtschaftsministerium in Mainz und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord an einem attraktiven  Angebot für Einheimische, Touristen und Schüler. Fast alle Ortschaften  sollen mit deutlich mehr Fahrten an den Busverkehr angebunden werden. An festgelegten Knotenpunkten  gibt es regelmäßige Umstiegsmöglichkeiten auf die Hauptachsen – bei vielen Linien montags bis sonntags.

Die wichtigsten Änderungen  Alle bestehenden Linien im VRT, und damit auch im Kreis Bernkastel-Wittlich, wurden analysiert und neu geplant. Ab dem 1. September gibt es ein „hierarchisches Liniennetz“, sagt Felix Klormann, Ssprecher des VRT. Die wichtigste Neuerung: Auf der Hauptachse des Moselbündels zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach (Linie 360) verkehren die Busse stündlich, die Linie 330 von Neumagen-Dhron nach Bernkastel-Kues an Werktagen ebenso, samstags und sonntags immerhin im Zwei-Stunden-Takt, und das auch ziemlich lange: Auf der Linie 330  zwischen Neumagen und Kues fahren beispielsweise die Busse bis etwa 22.30 Uhr. Der Stundentakt gilt übrigens an der Mosel von Traben-Trarbach bis Trier. Und die Buslinien sind laut VRT auch aufeinander abgestimmt. Ergänzende Buslinien sollen kleine Orte an „Knotenpunkte entlang der Hauptachsen“ anbinden, erklärt Klormann weiter. Diese Linien sind ebenfalls in einem festen Takt unterwegs, allerdings mit einer geringeren Frequenz. Der Schülerverkehr ist ist zum Teil in diese Busverbindungen integriert. Angeboten werden auch Buslinien, die die Schulen zum Schulanfang und -ende anfahren.

Die Bereiche Das gesamte Gebiet des VRT wurde in so genannte „Bündel“ aufteilt. Jedes Bündel enthält nach Angaben des Verkehrsverbundes wirtschaftlich interessante und uninteressante Strecken. Auf diese Weise kann sich kein Unternehmen die sprichwörtlichen Rosinen rauspicken. Nachfragestarke und -schwache Gebiete sollen auf diese Weise gleichermaßen angefahren werden.  In der Östlichen Vulkaneifel wurde das neue Konzept bereits zum 9. Dezember umgesetzt. An der Mosel geht es ebenso wie an der Römischen Weinstraße und dem Trierer Land am 1. September los. Im Hunsrück und im Wittlicher Land fällt der Startschuss erst im Dezember 2025 (weitere Daten siehe Info).

Die Finanzierung Bezahlt wird das neue Konzept  von den Fahrgästen und der Öffentlichen Hand, sprich von den Landkreisen und dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV)Rheinland-Pfalz Nord. Eine Fahrpreiserhöhung ist laut VRT nicht geplant.

Die Busse Mit den Auschreibungen  – im Moselbündel hat die Moselbahn  den Zuschlag erhalten – werden laut VRT auch Standards für die Fahrzeuge vorgegeben.

Diese fordern beispielsweise ein maximales Durchschnittsalter der Busse. Bei den Hauptlinien 330 und 360 liegt dieses bei zehn Jahren. Neben dem Alter der Busse werden auch Vorgaben etwa zur Barrierefreiheit gemacht. Laut VRT sollen zahlreiche neue Busse angeschafft werden.

Die Fahrpläne Wer sich über bestimmte Linien und Fahrpläne genauer informieren will, der kann das in der Fahrplanauskunft des VRT unter der Adresse www.vrt-info.de/fahrplanauskunft bereits tun. Er oder sie muss allerdings ein Datum nach dem 1. September einstellen.

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