Ein Pakt für die Windkraft

Windkraft und die Kommunalreform waren wichtige Themen der Dienstbesprechung der Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Thalfang. In vielen Bereichen herrschte Einigkeit, wie VG-Bürgermeister Marc Hüllenkremer dem TV bestätigte.

Thalfang. Mehrmals im Jahr treffen sich die Ortsbürgermeister gemeinsam mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde zu einer Dienstbesprechung. Dabei werden wichtige Themen besprochen und Absprachen getroffen. So auch in dieser Woche. Zwei Stunden lang wurde in der nicht-öffentlichen Sitzung über mehrere Themen gesprochen, wie VG-Bürgermeister Marc Hüllenkremer dem TV berichtet. "Es war eine positive Sitzung, wir waren uns in vielen Punkten einig," sagt Hüllenkrämer. So zum Beispiel beim Thema Verwaltungsreform, bei der Verbandsgemeinden zusammengelegt werden sollen, um Kosten zu sparen und um die Verwaltungsstruktur sich ändernden Bedingungen anzupassen.Ausgliederungsanträge gestellt


In der VG Thalfang hatten die Orte Malborn und Neunkirchen bereits Ausgliederungsanträge gestellt, um zur VG Hermeskeil zu wechseln. Dieser Prozess soll positiv begleitet werden. "Stück für Stück sollen Lösungen erarbeitet werden, wobei natürlich alle Beteiligten angehört werden müssen," sagt Hüllenkremer. Grundsätzlich möchte man eine Gesamtlösung anstreben, bei der auch die benachbarten Verbandsgemeinden befragt werden sollen. Während derzeit zum Beispiel die Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Manderscheid kurz vor der Zwangsfusion gegen den Willen der Manderscheider stehen, hat die VG Thalfang noch Zeit bis 2019. Und diese Zeit wollen die politisch Verantwortlichen nutzen, um einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten. Ein weiteres wichtiges Thema der Besprechung war der Solidarpakt Windkraft. Das Wiesbadener Unternehmen Abo-Wind hatte einen Nutzungsvertrag vorgelegt. Darin war unter anderem eine Anlage in der Gemarkung Schönberg vorgesehen, die eine Pacht von bis zu 43 000 Euro pro Jahr abwerfen würde (der TV berichtete).
Neben Schönberg sind noch weitere Standorte möglich, die konkret im Flächennutzungsplan festgelegt werden sollen. "Bei den Verhandlungen um Standorte und Erlöse sollen alle Gemeinden teilnehmen, und der Solidarpakt soll weiter verfolgt werden," sagt Hüllenkremer. Dieser Pakt sieht eine Beteiligung von den Gemeinden an den Erlösen von Windkraftanlagen vor. Dabei sollen die Orte, in denen die Anlagen stehen, etwas mehr beteiligt werden, der Rest soll zu gleichen Teilen verteilt werden. "So kommt Geld in die Ortschaften," sagt Hüllenkremer. In einem nächsten Schritt sollen mögliche Windkraftstandorte diskutiert werden. Der Flächennutzungsplan liege der Kreisverwaltung zur Genehmigung vor, so Fachbereichsleiter Udo Keuper, der für "natürliche Lebensgrundlagen und Bauen" bei der VG zuständig ist. Im September soll dann eine Öffentlichkeitsbeteiligung beginnen, damit die Räte im Oktober letztendlich über die Standorte abstimmen können.Meinung

Die Bürger beteiligen
Oft wird gefordert, die Bürger häufiger an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Freilich ist die Bundesrepublik zu groß, um zu jedem Vorgang eine Volksabstimmung einzuholen. Schließlich gibt es von eben diesem Volk gewählte Gremien, die das übernehmen. Daher ist es umso sinnvoller, die Bürger vor politischen Entscheidungen ins Boot zu nehmen - etwa durch Infoverstaltungen und Diskussionsrunden. Nur so kommen von einer breiten Basis mitgetragene Maßnahmen voran. hp.linz@volksfreund.deExtra

Mögliche Standorte für Windkraftanlagen in der VG Thalfang sind unter anderem: Horath, Haardtwald bei Thalfang, Berglicht (Ausbau des bestehenden Parks), Talling, Schönberg, Heidenburg, Büdlich und Neunkirchen. An diesen Standorten sind die technischen Bedingungen (ausreichender Wind) für solche Anlagen erfüllt. hpl