Ein Pfarrheim für zwei Pfarreien

Im Laufe des Frühjahrs soll das für 480 000 Euro neu errichtete Piesporter Pfarrheim fertig werden. Das Pfarrheim sollen nicht nur die Pfarreien Piesport und Niederemmel nutzen, sondern alle Bürger des Ortes.

Piesport. Seit Monaten wird mitten in Piesport gebaggert und gebaut. Im Kindergarten-Anbau (der TV berichtete) tobt inzwischen der Nachwuchs des Dorfes herum. Nebenan im Pfarrheim-Neubau sind jedoch noch die Handwerker zugange. Nachdem die Luftwärmepumpenheizung läuft, scheint eine Einweihung im April machbar. Pfarrer Matthias Biegel hofft auf eine Feier im Rahmen des Pfarrfestes am 24. und 25. April.

Der Neubau gegenüber von Pfarrkirche und Pfarrhaus St. Martin wartet mit einer Nutzfläche von 140 Quadratmetern auf. Der große Saal, das Foyer und die beiden Gruppenräume sind dank fahrbarer Faltwände teils variabel nutzbar. Daneben gibt es eine große Küche sowie einen Abstellraum und Sanitärräume mit behindertengerechter Toilette - und mit Duschen. Denn in den beiden Pfarreien Piesport und Niederemmel sind häufig Jugendliche zu Gast. Allerdings hat im abgerissenen alten Pfarrheim auch ohne Gäste immer Leben geherrscht. Ob Winzertanzgruppe und Turner, Karnevalsvereine oder Senioren und Jugend - alle haben sich dort wohlgefühlt. "Es gab Jahre, da war jeden Tag abends hier Treiben", erinnert sich Biegel. Doch in jüngster Zeit hatten Kältebrücken und Schimmelbildung vermehrt Probleme bereitet.

Die hohen Unterhaltungskosten hatten letztlich den Ausschlag für den Neubau gegeben. Um diesen genehmigt zu bekommen, waren auf der gegenüberliegenden Moselseite drastische Einschränkungen erforderlich. Die Pfarrei Piesport erklärte sich jedoch einverstanden mit dem Verkauf von Pfarrhaus und Kindergarten St. Michael sowie dem Verkauf des ehemaligen Domizils der Schwestern vom Heiligen Geist. Der Kindergartenverkauf ermöglichte die Erweiterung der Tagesstätte St. Martin in Niederemmel. Noch im kirchlichen Eigentum sind lediglich das Pfarrsälchen und ein kleiner Teil des Kindergartens.

Von den 480 000 Euro für das neue Pfarrheim übernimmt das Bistum Trier 60 Prozent, Kirchen- und Ortsgemeinde tragen je 20 Prozent. Biegel weiß das finanzielle Engagement zu schätzen - ebenso wie die Muskelkraft-Unterstützung.

"Was hier ehrenamtlich gemacht wird, ist enorm", würdigt er das Mitziehen der Piesporter. Ohne dieses Engagement wären solche Projekte auch gar nicht realisierbar. So hätten beim Abriss des alten Pfarrheims im August 2008 an die 30 Männer angepackt, die teils samt Traktor und Bagger angerückt seien. Nach drei Samstagen sei nichts mehr zu sehen gewesen von dem Gebäude, das Platz schuf für den Kindergartenanbau.

Das neue Pfarrheim wurde im früheren Pfarrgarten hochgezogen, der bis dahin von einer hohen Bruchsteinmauer umgeben war.