Ein phänomenaler Ausblick

Burg Landshut in Bernkastel-Kues eröffnet am Freitag nach aufwendiger Sanierung wieder für Besucher.

Bernkastel-Kues (red) Burgen kommen nie aus der Mode und üben eine Faszination auf die Menschen aus. Auch in Bernkastel-Kues, wo die Burgruine Landshut über dem Moseltal thront. Und sie erstrahlt nach der aufwendigen Renovierung in neuem Glanz. Davon können sich alle ab morgen, Freitag, überzeugen: Dann öffnet die Burg wieder. An diesem Wochenende wird es offene und kostenfreie Führungen durch die Burganlage geben (siehe Infokasten). Die Stadt rechnet jährlich mit mehr als 100 000 Besuchern auf der Burg.
"Historische Gebäude locken die Menschen und deswegen ist es wichtig, solche Bauten für die Nachwelt zu erhalten", freut sich Stadtbürgermeister Wolfgang Port auf ein neues Highlight in der Stadt.
"Wir sahen uns schon in der Pflicht, die römischen Mauerfunde für die Zukunft zu erhalten", so Port.
Der Wiederaufbau der Mauer kann sich sehen lassen. Gleichzeitig wurde auch ein Rundweg um die römischen Funde angelegt mit Informationen über die Geschichte der Burg Landshut - sowohl auf Tafeln zu lesen als auch über QR-Codes in Filmbeiträgen zu sehen. Die Außenanlage ist mit hoher finanzieller Beteiligung von Seiten des Landes Rheinland-Pfalz, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und aus dem EU-Leader Programm gestemmt worden. Auch die Sanierung des Turmes und ein zu 90 Prozent barrierefreier Zugang zur Burg sind finanziell unterstützt worden.
Das Informationssystem wurde zusätzlich noch von der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz mitfinanziert. Der Innenhof und der gastronomische Bereich der Burg wurden ebenfalls ausgebaut. Ein erhöhter Glasanbau bietet den Gästen einen Panorama-Blick ins Moseltal, der laut Stadtbürgermeister Wolfgang Port "phänomenal" ist.
Was als Befestigungsanlage zu Zeiten der Kelten begann, endet heute in einer geschichtsträchtigen mittelalterlichen Burg mit modernen Elementen. Im 9. Jahrhundert wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Um 1277 ist sie unter anderem vom Trierer Erzbischof Boemund I. ausgebaut worden. Die Burg diente als Sommerresidenz der Bischöfe.
1692 fiel sie einem Brand zum Opfer - sie wurde nie wieder vollständig aufgebaut und stand seither als Ruine da. Seit 1920 befindet sich die Burgruine im Besitz der Stadt. Bis heute zählt sie zu den Sehenswürdigkeiten von Bernkastel-Kues. Und nach ihrer aufwändigen Sanierung hat sie sich zu einer Vorzeigeburg gemausert! Im Jahr 2011 drohten auf der Nordseite der Burg Mauerteile abzurutschen.
In den folgenden Jahren wurde die sogenannte Zwingermauer aufwändig gesichert und aufgebaut. Bei weiteren Sicherungsarbeiten im Jahr 2012 wurden römische Mauerreste gefunden, die auf eine Höhenbefestigung der Römer unter Konstantin Anfang des 4. Jahrhunderts zurückgehen.Extra: PROGRAMM


Freitag, 14. Juli: ab 14 Uhr geöffnet für alle, 15 Uhr Führung mit dem Architekten, Treffpunkt im Innenhof. Samstag, 15. Juli: ab 11 Uhr geöffnet, 11/14/17 Uhr Führungen mit dem Architekten - alles rund um die Sanierung, Treffpunkt: Innenhof Burg; 11/14/17 Uhr Führungen mit dem Römer - alles rund um die Geschichte, Treffpunkt: Aufzug/barrierefreier Eingang. Sonntag, 16. Juli: ab 11 Uhr geöffnet, 11/14/17 Uhr Führungen mit dem Architekten - alles rund um die Sanierung, Treffpunkt: Innenhof Burg; 11/14/17 Uhr Führungen mit dem Römer - alles rund um die Geschichte, Treffpunkt: Aufzug/barrierefreier Eingang. Parallel dazu gibt es eine Fotoausstellung über die Sanierung der Burg Landshut im Rathaus der Stadt, Mandatstraße 1 in Bernkastel-Kues, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, Sonntag von 10 bis 13 Uhr, Dauer: 14. Juli bis 27. August.

Mehr von Volksfreund