Ein Platz für Hexen und Zauberer

Sie sind auf Besen zum Hetzerather Hexenplatz geflogen oder auf Böcken hin geritten. Unter der Folter der Inquisitoren gestanden Menschen während der großen Hexenverfolgung im 16. Jahrhundert vieles, was gemunkelt wurde. Monika Traut-Bonato schreibt an einem Buch über den angeblichen Blocksberg auf der Hetzerather Heide.

Hetzerath. In den sogenannten "Eberhardsklausener Mirakelberichten" spricht der Chronist schon im 15. Jahrhundert von einem Ort, an dem sich nahe bei Hetzerath die Hexen trafen. Wie der Chronist schreibt, habe eine Hexe gestanden, sie hätte sich "in einem Kreis zwischen den Dörfern Rivenich und Hetzerath unter der Leitung ihres Lehrers, des Fürsten der Dunkelheit, getroffen und diesen bewogen, ihnen Macht zu verleihen, die Messe im gesamten Tal zu verhindern.".
Geständnis unter Folter


In den späteren Hexenverfolgungen habe sich in den Aussagen der Gefolterten der Ort der Hexentänze weiter in Richtung Bekond und Schweich verlagert, erklärt die Hetzerather Historikerin Monika Traut-Bonato, die ein Buch über den Hexenplatz schreibt.
Darauf deutet eine Aussage des Angeklagten Theis Schieffer aus Longuich 1587 hin. Der von ihm und anderen beschriebene Ort liegt heute parallel zur L 47 zwischen dem Flugplatz Föhren und Hetzerath. Am Horizont ragt die Klausener Wallfahrtskirche in den Himmel
1594 gesteht der Großgrundbesitzer Hans Reulandt aus Kasel, mit dem schwarzen Bock des Teufels zur Hetzerather Heide geritten zu sein. 75 Leute hätten dort Rotwein getrunken, gegessen und getanzt. Wen er benennen konnte, der wurde hingerichtet. Auch Hans Adam aus Kasel bekennt 1592, er habe an der teuflischen Gesellschaft auf der Hetzerather Heide teilgenommen. Noch mehrfach gestanden Menschen unter Folter, sich auf dem Hexentanzplatz getroffen zu haben. Monika Traut-Bonato vertritt die These: "Da hat nicht wirklich etwas stattgefunden."
Etwa ein Drittel der Verhörten bezeichnete die Hetzerather Heide als übergeordneten Tanzplatz, an dem sich immer donnerstags auch Hexen und Zauberer aus umliegenden Orten wie Longuich und Kirsch trafen. So ist es in dem Buch "Methoden und Konzepte der historischen Hexenforschung" nachzulesen. Mehrere Hundert Helfer des Teufels seien dort jedes Mal zusammengekommen.
Zwischen 1587 und 1593 wurden allein in der weiteren Umgebung von Trier 368 Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Zu ihnen soll laut einer Sage auch der Bauer Johannes aus Salmrohr gehört haben: Auf einem Bock ritt er zu Tanz, Hexenwerk und Teufelsspuk auf der Hetzerather Heide. Als auf dem Nachhauseweg die Glocken läuteten, warf ihn der Bock ab. Durch dieses göttliche Zeichen kam seine Anwesenheit auf dem Hexenplatz ans Licht. sys

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