Ein Quartett wird zum Sextett

Die Premiere eines neuen Sendeformats der Offenen Kanäle Wittlich und Bitburg ist gelungen. Mit Talkgästen aus dem Showgeschäft sorgte Frank Laufenberg in Gillenfeld für ein volles Haus.

Gillenfeld/Wittlich/Bitburg Was liegt näher, als ein Musikalisches Quartett, bei dem über irische Musik gesprochen wird, in einem passenden Umfeld zu präsentieren? So ist es nicht verwunderlich, dass im Irish Pub in Gillenfeld eine entsprechende Sendung aufgezeichnet wurde.
Frank Laufenberg, in Laufeld lebender Fernseh- und Radiomoderator, hatte zu dem Quartett eingeladen. "Drei Monate haben die Vorbereitungen zu dieser Sendung gedauert", sagt er, "ich musste ja auch die Gäste alle unter einen Hut bekommen und schauen, wann sie Zeit haben." Zur Premiere in Gillenfeld kamen sie gerne. "Wenn Frank ruft, dann komme ich, weil er so leidenschaftlich und mit Qualität arbeitet", sagt Pit Weyrich, ehemaliger Kameramann, Regisseur und Moderator verschiedener Fernsehsendungen. Er kam eigens für die Aufnahmen aus Köln angereist.
Immer ein Späßchen auf den Lippen erklärt der ehemalige Talkmaster Hans Meiser mit Wohnsitz in Bad Münstereifel: "Frank hat mich gefragt, und ich habe mitgemacht, weil ich ihn seit 1970 kenne. Er behauptet, wir seien Freunde, was ich aber in der Sendung zu widerlegen versuche." Vorweggenommen: Es ist ihm, trotz einiger gegenseitiger Sticheleien, nicht gelungen. Als Überraschungsgast angekündigt war Musiker James Sexton. In Gillenfeld ist er kein Unbekannter, hat er doch schon einige Male im Duett mit seiner Frau unter dem Namen "The Limpets" (Napfschnecken) im Irish Pub gespielt.
Damit wäre das Quartett vollständig gewesen, aber siehe da: Am Tisch sitzen sechs Leute, denn Laufenberg hat kurzerhand noch Bob Murawka, Radiomoderator von RPR 1, und den irischen Musiker Danny Kelly, mit Künstlernamen Donal O'Ceallaigh, eingeladen. Sehr zum Leidwesen der Produzenten der Live-Sendung von den Offenen Kanälen (OK) Wittlich und Bitburg. "Wenn auch die Zusammenarbeit mit Frank Laufenberg und dem OK Bitburg bestens funktionierte, so sind unvorhergesehene Ereignisse doch eine Herausforderung", sagt Hermann-Josef Haller vom OK Wittlich, "es hat dann zum Beispiel ein Mikrofon gefehlt."
Dem rund 120 Menschen zählenden Publikum macht das aber nicht zu schaffen, die Gäste amüsieren sich köstlich während des kurzweiligen Talks, der immer wieder Pointen präsentiert, vor allem zwischen Laufenberg und Meiser, der "mit dem friedhofsblonden Haar", wie Laufenberg stichelt. Meiser bringt sich auch mit seinem Wissen bei der politischen Frage ein, was die Engländer in Nordirland machten. Als studierter Historiker weiß er, dass Nordirland ein empirisches Hoheitsgebiet war und die Angelegenheit ins 17. Jahrhundert zurückreiche.
Was aber macht nun irische Musik aus, warum ist sie so erfolgreich? Fragen, die in der Runde heftig diskutiert werden. Vielleicht liege es unter anderem daran, dass jeder Ire zumindest die erste Strophe eines alten Volkslieds mitsingen kann, meint Danny Kelly.
Auf die Frage Laufenbergs ans Publikum, wer denn ein deutsches Volkslied singen könne, erklingt unmittelbar "Hoch auf dem gelben Wagen", einträchtig gesungen von allen Gästen. Volksmusik habe eine mindestens 200 Jahre alte Tradition, betonte James Sexton. Als eher kommerziell beschreibt Hans Meiser die bayrische Volksmusik. "Irische Musik ist einfach zugänglich und singt sich gut", meint eine Besucherin. "Die Musik sagt mir einfach was", sagt ein anderer. So sei es auch kein Wunder, dass die kölsche Karnevalsmusik viele Elemente irischer Musik enthalte, sind sich die Talkgäste einig. Das beweist im Anschluss der Sendung auch das Duo "The Limpets", das - mit irischem Text - unter anderem den Stimmung bringenden Ohrwurm "An der Nordseeküste" vorträgt.
Die Aufzeichnung der Sendung wird demnächst im OK Bitburg und OK Wittlich zu sehen sein, aber auch auf im Internet auf Youtube. Weitere Sendungen des Musikalischen Quartetts sind geplant. So viel ist schon bekannt: Die nächste beschäftigt sich mit dem Thema Blues.
Extra: DIE BEIDEN GASTMUSIKER SEXTON UND KELLY


James Sexton stammt aus England und wohnt in Ebernhahn im Westerwald. Er ist seit 28 Jahren in Deutschland und tourt seit 20 Jahren im Duo mit seiner Frau durch Deutschland. Danny Kelly alias Donal O'Ceallaigh kommt aus Donegal in Irland, lebt in Frankfurt und singt englische und gälische Texte. Irische Musik verwandelt er manchmal aufgrund seiner Heimatliebe in eine Art gälischen Pop oder G-Pop, wie er es nennt.