Ein regionalhistorischer Rundumschlag

Ein regionalhistorischer Rundumschlag

Von der Renaissance über den heiligen Servatius bis zu Edgar Reitz: Nummer 153 der Heimatblätter des Hunsrücker Geschichtsvereins wagt einen regionalhistorischen Rundumschlag.

Hunsrück. Rechtzeitig zum Jahresende legt der Geschichtsverein eine neue Ausgabe seiner Heimatblätter vor.
Darin wandelt der Mainzer Historiker Eberhard J. Nikitsch auf den Spuren der Renaissancekultur in Simmern. Nikitsch hat sich als Kenner der Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises einen Namen gemacht. Ergänzt durch Fotografien von Werner Dupuis, kann er neue Ergebnisse zur Trarbach-Forschung vorlegen. Außerdem legt er ein chronologisches Werksverzeichnis sowie eine Auflistung der Eigenheiten der in der Werkstatt Trarbachs verwendeten Inschriftenformen vor.
Der Kirchberger Hans Dunger hat sich aus seinem Fundus zur Kirchberger Stadtgeschichte diesmal dem "in Badischer Zeit geplanten Abwasseraquädukt über den Kirchberger Wallgraben" zugewandt. Seine Erkenntnisse stützt er mit zahlreichen eigenen Bildbelegen.
Im September war die Kreisstadt Simmern durch den neuen Edgar-Reitz-Film in den Fokus der Medienwelt gerückt. Wolfgang Heinemann zeichnet das Medien-Echo anhand von Artikeln aus regionalen und überregionalen Zeitungen nach - wiederum ergänzt durch zahlreiche Fotografien von Werner Dupuis.
Nicht nur für die Familienforschung dürfte von Interesse sein, was Achim R. Baumgarten und Doris Wesner in ihrer Forschungsarbeit über "Die Annahme fester Familiennamen durch die jüdische Bevölkerung in Simmern (nach dem Jahre 1808)" zusammengetragen haben. 68 Familiennamen konnten zugeordnet werden.
Der Simmerner Sprachhistoriker Rudolf Steffens behandelt in seinem Aufsatz das für Hunsrücker interessante Thema: "Der heilige Servatius und unsere Familiennamen", indem er die Verehrung und Namenshäufigkeit des Heiligen geografisch zuordnet.
Der Berichtsteil des neuen Heftes der Heimatblätter ist umfangreicher als sonst: Wouter Südkamp, Experte für Hunsrück-Schiefer-Fossilien, hat seine große Fossiliensammlung dem Hunsrück-Museum in Simmern vermacht. Damit hat das Museum nun eine der umfangreichsten Sammlungen dieser Art in Südwestdeutschland erworben. Südkamp erklärt in seinem Beitrag sein Lebenswerk ausführlich und zeigt Fotos besonderer Fundstücke.
Auf zwei interessante Bucherscheinungen sollen die Mitglieder des Hunsrücker Geschichtsvereins und Leser der Hunsrücker Heimatblätter besonders aufmerksam gemacht werden: Adolf Grub stellt das Werk von Wolfgang Hey "Der Dreißigjährige Krieg im Landkreis Birkenfeld" vor, und Wolfgang Heinemann rückt die von Achim R. Baumgarten verfasste Rottmann-Biografie ins rechte Licht. In der "Hunsrücker Biografie" werden Lebensbilder von Otto Ludwig Agricola (1829-1902), Hermann Joseph Koch (1777-1835), Nicolas-Joseph Maison (1771-1840) und Alexander Grebel (1806-1870) skizziert. red

Folgende Termine des Geschichtsvereins fürs kommende Jahr stehen bereits fest: 6. September: Generalversammlung in Horn; 20. und 21. September: Exkursion auf den Spuren Johann Trarbachs.