Ein Richtbaum gegen böse Geister

Wisst ihr eigentlich, was ein Richtfest ist? Das darf man nur feiern, wenn man gerade dabei ist, ein Gebäude zu bauen und der Rohbau und das Dach schon fertig sind. Das hat eine lange Tradition.

Die geht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Und Regeln gibt es dafür auch: Das Haus wird mit einem Richtbaum oder -kranz geschmückt und jemand hält eine Rede. Das ist ein Dank an den Bauherren, aber zugleich auch eine Bitte um Gottes Segen für das Haus. Bei der Zeremonie wird oft ein Glas vom Dach geworfen. Geht es kaputt, ist das ein gutes Zeichen. Bleibt es heil, wird das als schlechtes Omen gedeutet. Oft muss der Bauherr noch den allerletzten Nagel einschlagen, bevor beim Richtschmaus gefeiert wird. Was das mit dem Richtbaum soll, fragt ihr euch? Der soll den neuen Bewohnern Schutz bringen. Früher hat man nämlich geglaubt, dass es im Wald Geister gibt. Einige könnten böse sein, weil man für den Hausbau Holz braucht und Bäume fällen musste. eib