Ein Rundum-Sorglos-Paket

1972 weihten die zwei Kirchengemeinden von Neumagen-Dhron jeweils eigene Kindergärten ein. Seit diesem Sommer gehören sie nun der Ortsgemeinde.

Neumagen-Dhron. Mit den am 1. Juli unterzeichneten Verträgen haben die Kindergärten in Neumagen und in Dhron den Besitzer gewechselt. Bisherige Eigentümer waren die beiden Kirchengemeinden, die auch Namensgeber der Kindertagesstätten sind: Maria Himmelfahrt im Ortsteil Neumagen und St. Theresia in Dhron. Beide Gebäude wurden im Rahmen von Erbpachtverträgen der Ortsgemeinde übertragen. Und zwar für diese "kostenneutral", so Ortsbürgermeister Michael Thomas. Betriebsträger ist wie bisher die gemeinnützige Trierer Kita gGmbH. Als kirchlicher Träger ist sie weiterhin für Personal und Personalkosten zuständig. Laufende Sachkosten wie unter anderem Heizung, Strom, Versicherungsbeiträge oder auch Spiel- und Arbeitsmaterial teilen sich Bistum und Gemeinde. Von für 2014 zugrunde gelegten 24 200 Euro zahlen das Bistum 4800, die Gemeinde 19 400 Euro.
Fachleute des Bistums übernehmen es laut Thomas zudem, die Spielgeräte auf ihre Sicherheit hin zu überprüfen und auch die der Bäume zu checken. "Das ist ein Rundum-Sorglos-Paket, das wir da gekauft haben", ist er überzeugt. Welche Mehrkosten darüber hinaus künftig auf die Gemeinde zukommen, ist zum heutigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Allzu heftig dürfte es allerdings nicht werden, obschon die Gemeinde bei baulichen Investitionen künftig erst einmal allein in der Pflicht steht. Denn die Kommune beteiligte sich ohnehin seit Jahren an Investitionen, die die kirchlichen Träger finanziell gar nicht mehr alleine hätten stemmen können. Jüngste Beispiele sind die vor zwei Jahre abgeschlossenen Sanierungen sowie Umbauten für die Gruppe der Einjährigen der 1972 eingeweihten Kindertagesstätten. Von insgesamt etwa 630 000 Euro zahlte die Ortsgemeinde circa 490 000 Euro - unterm Strich immerhin 78 Prozent. Beide Häuser zusammen können nun mehr als 80 Kinder aufnehmen, und bis zu 25 Kinder unter drei Jahren betreuen. Der Ortsgemeinderat ist daher zuversichtlich, nicht allzu bald "wieder Geld in die Hand nehmen zu müssen", wie es Thomas formuliert. Andererseits müsse in älteren Häusern immer mit teils nicht abzusehenden Ausgaben gerechnet werden. urs