Ein Schiff mit besonderer Ladung

Sommerliche Temperaturen, Sonnenschein und blauer Himmel. Nicht gerade das Wetter, bei dem Menschen sich freiwillig in den Bauch eines Frachtschiffes begeben. Ein Eis essen oder ins Freibad fahren ist eher angesagt. Nicht aber, wenn es sich bei dem Schiff um die MS-Wissenschaft handelt.

Bernkastel-Kues. Familie Akinbiola aus Wittlich ist zum ersten Mal auf der MS-Wissenschaft. Vater Wale und seine zwei Jungs im Grundschulalter, Michael und Philip haben in der Zeitung gelesen, dass das Schiff in Bernkastel-Kues ankert. Die MS-Wissenschaft hat bis dahin, mit ihrer mobilen Ausstellung rund um das Thema "Die digitale Gesellschaft", schon viele andere Städte besucht.
Mit den 36 Exponaten an Bord reist sie mit 38 Zwischenstationen von Berlin bis nach Österreich. Die Ausstellung ist in drei Räume gegliedert. In einem schwarz gestrichenen Vorraum werden einige der wichtigsten Begriffe zum Thema digital erklärt.
Der zweite Raum ist der Hauptausstellungsraum. Dort gibt es einiges zu sehen: Ein iPad, dass im OP genutzt wird, Smartphones mit unzähligen Apps, eine Kurbel an der Besucher drehen und Strom erzeugen, um sehen zu können, wie viel davon für das Versenden von SMS, Bildern oder Filmen gebraucht wird und vieles mehr.
Im dritten Raum befindet sich ein Tischkicker, bei dem die Leute aber nicht gegen irgendjemanden spielen, sondern gegen einen Computer. Ebenfalls mit einem Computer vernetzt ist das zweite Exponat im Raum. Es ist ein Fitnessrad gekoppelt mit einem Computerspiel, bei dem man mit der Trittintensität die Flughöhe einer Taube steuern und durch das Einsammeln von Briefen Punkte sammeln kann.
Für die beiden Jungs der Familie Akinbiola sind die Smartphones mit unzähligen Apps und Spielen darauf und der Computertischkicker die Höhepunkte der Ausstellung. "Es gefällt uns sehr gut", sagt Philip.
Doch nicht nur die junge Generation ist erfreut, über diese Möglichkeit einen Einblick in das digitale Zeitalter zu bekommen. Auch der 88 Jahre alte Dietrich Kleine aus Bernkastel-Kues findet es sehr interessant, durch die Räume des Schiffes zu streifen. Einzig problematisch für die ältere Generation seien die vielen englischen Begriffe, die überall prangen.
Doch wenn die vielen englischen Begriffe mal zum Problem werden, sind die zwei Lotsen, die die Ausstellung betreuen, zur Stelle und helfen. Eine Lehrerin ist mit ihrem vierjährigen Enkel Paul an Bord. Auch wenn er noch nicht lesen kann, hat er viel Spaß an der MS-Wissenschaft. Unterwegs ist das Schiff im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. lst