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Stadt am Fluss: „Ein Schmuckstück mit Atmosphäre“

Stadt am Fluss : „Ein Schmuckstück mit Atmosphäre“

Viele lobende Worte für das neugestaltete Lieserufer: Bei einem offiziellen Festakt mit hohem Besuch und einem symbolischen Akt haben die Wittlicher das neue Entrée der Stadt eröffnet.

Die Sonne lacht, und auch die 500 Besucher am Freitagnachmittag sind fröhlich gestimmt, als  gegen 14.30 Uhr die offizielle Eröffnung des neugestalteten Lieser-
ufers in Wittlich beginnt. Familien mit Kindern, Senioren, Stadtratsmitglieder, Planer und viele andere interessierte Bürger sind zum Platz an der Lieser gekommen, um das umgestaltete Flussufer zu eröffnen. Doch was sagen die Wittlicher zum Ergebnis? Wünschen sie sich vielleicht die ehemals vier Meter hohe Ufermauer zurück, die Stadt und Fluss noch bis vor eineinhalb Jahren in diesem Bereich trennte?

  „Das ist ein Ort mit Atmosphäre zum Verweilen geworden“, sagt die 52-jährige Manuela Wachtler, die auf einer der Holzbänke auf der steinernen Terrasse an der Lieser Platz genommen hat. „Hier genieße ich als Verkäuferin gerne meine Pausen. Das Projekt hat sich meiner Meinung nach sehr gelohnt.“

Wenige Meter weiter sitzt der Wittlicher Heinz Dillenburg (52) und wartet gespannt auf die symbolische Band-Durchtrennung, zu der auch Umweltministerin Ulrike Höfken angereist ist. „Für mich ist das jetzt das Wohnzimmer Wittlichs. Es ist sehr gelungen, und die Architektur ist nicht Nullachtfünfzehn“, sagt Dillenburg. So sieht es auch der Wittlicher Rentner Herbert Becker: „Die Bauarbeiten sind optimal gelungen. Die Kinder haben hier großen Spaß. Auch die Gaststätten und das Gewerbe profitieren davon.“ Und auch ein bisschen Spaß muss sein: „Jetzt warten wir nur noch auf die Hotelschiffe, die von Bernkastel die Lieser nach Wittlich hochkommen“, sagt Becker und lacht. Für die meisten Wittlicher ist das Projekt also eine gelungene Sache!

„Wir erfreuen uns jetzt an diesem gelungenen Werk“, sagt Bürgermeister Joachim Rodenkirch, bevor er mit Umweltministerin Höfken symbolisch ein rotes Band zur Eröffnung des neugestalteten Lieser-
ufers durchschneidet. „Wir danken dem Land für die relativ hohe Fördersumme, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre“, sagt Rodenkirch. Das Projekt sei gut für die Stadtentwicklung. Knapp 1,9 der 2,5 Millionen Euro hohen Baukosten wurden aus Landesfördermitteln bezahlt. Umweltministerin Höfken sieht das Landesgeld im Wittlicher Lieserufer allerdings gut angelegt: „Man könnte sagen: ‚Alles ist gut. Alles ist schön.’“ Sie sehe eine große Veränderung zu 2016, sagte Höfken, denn der Fluss sei jetzt barrierefrei erreichbar. „Wittlich wird damit zur schönsten Stadt in der Eifel – neben Bitburg und Prüm.“ Neben den Menschen, dem Tourismus sowie der Wirtschaft „profitieren auch die Flussbewohner und das Gewässer von dieser Fördermaßnahme als Teil des Landesförderprogrammes Blau.“ Die Umgestaltung des Wittlicher Lieserufers ist eine von  insgesamt 1300 Maßnahmen zur Aufwertung von Gewässern innerhalb des Landes, die mit Fördergeld bezuschusst werden.

Verkehr Der ein oder andere Bürger ist allerdings von der neuen Verkehrssituation in der Feldstraße irritiert. Der Zebrastreifen ist futsch und in diesem verkehrsberuhigten Bereich sogar gesetzlich  verboten. Autofahrer dürfen in der Feldstrafe ab sofort nur mit einer Geschwindigkeit von vier bis sieben Kilometer pro Stunde fahren. Fußgänger und Autofahrer seien in diesem Bereich gleichberechtigt, erklärt Jan Mußweiler, Leiter  des Fachbereichs I der Stadtverwaltung.

Im Grunde müsse aber der Autofahrer dem Fußgänger als dem schwächeren Verkehrsteilnehmer den Vorrang lassen. Mußweiler: „Jeder muss dort auf den anderen Rücksicht nehmen.“

 Mit einem Rahmenprogramm, an dem Fabelwesen und Kinder mitgewirkt haben, ist der neu gestaltete Platz an der Lieser offiziell eingeweiht worden.
Mit einem Rahmenprogramm, an dem Fabelwesen und Kinder mitgewirkt haben, ist der neu gestaltete Platz an der Lieser offiziell eingeweiht worden. Foto: Klaus Kimmling
Stadt am Fluss: „Ein Schmuckstück mit Atmosphäre“
Foto: Klaus Kimmling

Eine Fotostrecke finden Sie auf www.volksfreund.de