Ein Schneemann aus Texas

Was tun, wenn man sehnlichst auf Schnee wartet, und er kommt nicht? Sabine Hofmann aus Gonzerath hat da ihre ganz eigene Methode. Wenigstens einen Schneemann vor dem eigenen Haus haben - das war ein Wunsch von ihr.

Viel Weiß, eine dicke Nase und einen Hut auf dem Kopf - ganz so, wie wir ihn auch sonst kennen. Nur mit einem entscheidenden Unterschied: Nicht aus Naturschnee, sondern aus Stoff und ausgestopft ist das Exemplar, das die Gonzerather Hauptstraße ziert. Aber wer die Straße durch den Ort passiert, ahnt nicht, welch langen Weg der frostige Kamerad bereits hinter sich hat. Sabine Hofmann , die neben ihrem Mitbringsel aus Amerika auf der Bank vor ihrem Wohnhaus sitzt (Foto: Hermann Bohn), hat ihn vor zwei Jahren aus Killeen in der Nähe der Hauptstadt Auspin aus Texas mitgebracht. Dort lebte sie acht Jahre lang. In Texas habe sie im Winter oft den deutschen Schnee vermisst und als Ersatz dafür einen Schneemann aus Stoff hergestellt, der sie an ihre Heimat erinnert habe. Bei einem Heimaturlaub vor zwei Jahren in Idar-Oberstein lernte sie ihre große Liebe kennen, "die mich nach Gonzerath führte". Auf der langen Rückreise von Killeen nahm sie ihren Schneemann und Hund Harley mit auf den Hunsrück. Und dann sei es wieder einmal an der Zeit gewesen, den texanischen Schneemann zum Vorschein zu bringen. Aber auch so ein Schneemann kann einsam sein. Lange Wochen war er in Gonzerath der einzige seiner Art weit und breit. Doch möglicherweise bekommt er demnächst Gesellschaft - vielleicht schon an diesem Wochenende. Wer weiß, irgendwann sitzt eine nette Schneefrau neben ihm auf der Bank - mit Kopftuch, Kittelschürze und aus echtem Hunsrücker Schnee. (HB/iro)

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