Ein Seefest, das ins Wasser fiel

Wenn Sonne und Sommer streiken und stattdessen der Himmel weint, kann keine Strandurlaubs-Atmosphäre aufkommen. Das mehr als bescheidene Wetter machte den Veranstaltern des Seefests in Kell am Wochenende einen dicken Strich durch die Rechnung.

Kell am See. "Still ruht der See", heißt ein bekanntes Sprichwort, das für den Keller Stausee normalerweise kaum zutrifft. Erst recht nicht, wenn am letzten Juli-Wochenende traditionell das Seefest mit Handwerker- und Bauernmarkt gefeiert wird und tausende Besucher in den Ferienort im Hochwald kommen.In diesem Jahr war aber nicht daran zu denken, dass die Veranstaltung an die Erfolge und den Publikumszuspruch der Vergangenheit anknüpft. Dafür war am Wochenende das Wetter einfach zu schlecht.Immerhin: Wenigstens beim Startschuss am Samstagabend, der ganz im Zeichen der musikalischen Unterhaltung mit der Formation "The Voices" und dem Duo "Jürgen und Marc" stand, blieb es trocken. Einen freien Platz vor den beiden Bühnen auf der Seehausterasse und am Bootshaus zu finden, war dennoch kein Problem. Dritter Schauplatz war das Seeufer unterhalb des Feriendorfes, wo das Team von "Landal Hochwald" eine große Strandbar mit Live-Musik aufgebaut hatte. Was der Beach-Party wie im Süden aber fehlte, waren die dazu passenden Temperaturen. Gestern kam es dann aber noch schlimmer: "Bonjour Tristesse - Guten Tag Traurigkeit", lautete die Devise am verregneten Seefest-Sonntag, der mit dem Handwerker- und Bauernmarkt entlang der Uferpromenade normalerweise die Massen mobil macht. Rund 50 Aussteller hatten sich dafür angemeldet. Doch rund die Hälfte kam entweder erst gar nicht oder kapitulierte schon um die Mittagszeit vor Regen und Sturm.Kleines Trostpflaster: Den Marktleuten, die ausharrten, erließen die Veranstalter vom Verein "Hochwald Ferienland" die Standgebühren. "Ich finde, das war eine nette Geste", sagt Imkerin Christine Scherf aus Heddert dazu. Diejenigen, die als Besucher Wind und Wetter trotzten und sich unter den Regenschirm duckten, kamen am Sonntag also immerhin nicht vergeblich. An den verbliebenen Ständen konnten sie schauen und kaufen, wobei die Palette der zumeist selbst hergestellten Produkte von Schmuck-, Keramik- und Glaswaren über Floristik bis hin zu kulinarischen Köstlichkeiten "made im Hochwald" reichte. "Es ist schade drum, dass heute so wenige Leute da sind. Uns hat der Markt gut gefallen. Das Ambiente ist schön und auch die Auswahl stimmt", loben Uwe Rau und Maria Hecker aus Saarburg, die erstmals den Weg zum Seefest gefunden haben. Und Kerstin Schlinkert betont: Es lohnt sich immer, hierher zu kommen. Selbst wenn das Wetter schlecht ist", sagt die Frau aus dem Sauerland, die seit sechs Jahren ihren Urlaub als Dauercamperin in Kell verbringt.Trotz dieser aufrichtenden Aussagen und obwohl zu vorgerückter Nachmittagsstunde auch der Regen endlich nachließ: Die Bilanz des Seefests fällt aus Sicht der Veranstalter ernüchternd aus. "Schlimmer konnte das Wetter kaum sein. Was wir an Außen-Aktivitäten geplant haben, ging gründlich daneben", sagt Walburga Meyer. Für die Geschäftsführerin von "Hochwald Ferienland" steht daher fest: "2007 sollte man schnell abhaken. Nächstes Jahr hoffen wir dann wieder auf bessere Bedingungen".

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