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Tourismus
Skywalk für Starkenburg: Schweben hoch über dem Moseltal

Starkenburg. Aus einem Berg herausragende Aussichtsplattformen gibt es in den USA am Grand Canyon und an einigen Orten der Alpen. Bald soll ein solcher Skywalk auch bei Starkenburg Touristen anlocken. Von Christoph Strouvelle

Vom Dorf Starkenburg aus haben Besucher eine der schönsten Blicke auf die Mosel. Vom Parkplatz neben dem Weinhaus Schöne Aussicht sieht man 250 Meter tief hinab auf Traben-Trarbach, die Mosel und die umliegenden Weinberge. Mit diesem Pfund will Starkenburg weiter auftrumpfen: Ein sogenannter Skywalk, eine frei schwebende Plattform, soll von dort aus ohne Unterbau 16 Meter ins Moseltal ragen und mit seiner Aussicht und Attraktivität Zehntausende Besucher pro Jahr anlocken. „Die Stelle ist prädestiniert für ein solches Projekt“, sagt ein Ratsmitglied bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Starkenburg. „Von dort hat man bei schönem Wetter einen Panoramablick über Traben-Trarbach und Enkirch bis weit in die Eifel hinein zur Hohen Acht am Nürburgring“, sagt Ortsbürgermeister Jürgen Spier. „Für die Mosel ist ein solches Projekt einzigartig“, sagt  Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach.

Der strukturschwachen Region, die von Landwirtschaft und Weinbau geprägt ist, soll mit dem touristischen Projekt eine weitere wirtschaftliche Grundlage gegeben werden. Der Skywalk diene zum einen als Attraktion und Wanderziel für Touristen aus Traben-Trarbach und Enkirch, heißt es in der Projektbeschreibung. Des Weiteren soll das Bauwerk in den Fernwanderweg Moselsteig mit eingebunden werden.

Die Ersteller der Projektbeschreibung gehen von jährlich zwischen 20 000 bis 40 000 Besuchern aus, die jeweils drei Euro zahlen, um von der Plattform die Aussicht auf die Region genießen. Ab 15 000 Besuchern sei der Betrieb rentabel, heißt es darin. Zum Vergleich: In Hochstetten-Dhaun in der VG Kirn hat ein ähnliches Bauwerk über dem Nahetal im ersten Jahr mehr als 60 000 Besucher angezogen.

Gekommen sei die Idee vom Eigentümer des Parkplatzes, der als Architekt auch die ersten Zeichnungen von dem Projekt gefertigt hat, sagt Spier.

Bei der Dorfmoderation im zweiten Halbjahr 2018 sei die Idee vertieft  und Anfang März den Gremien intensiv vorgestellt worden. Der Boden soll durchlässig gestaltet werden, möglicherweise mit einem Gitterboden, damit Regen und Schnee abfließen können. Ansonsten sei die Statik nur sehr schwer zu berechnen, sagt er.

Doch wann mit dem Bau des Skywalks begonnen werden kann, ist noch komplett offen, sagt der Ortsbürgermeister. Denn zuerst muss die Kreisverwaltung prüfen, ob die freie Aussichtsplattform genehmigungsfähig ist. Das Projekt sei von weither zu sehen und stelle damit einen Eingriff in die Landschaft dar, sagt Spier. Der Ortsbürgermeister ist aber optimistisch. Denn das Bauwerk komme aus der Ortslage heraus und werde nicht frei in der Landschaft aufgestellt.

Eine zweite Herausforderung wird die Finanzierung des Bauwerks. Die Kosten betragen voraussichtlich netto 500 000 Euro. Die Ortsgemeinde könne dies nicht alleine schultern, sagt Spier. Er hofft auf eine Förderung von 60 Prozent aus Leadermitteln.