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Ein St. Georg als Jubiläumsgeschenk

Ein St. Georg als Jubiläumsgeschenk

Als eine Wiedergeburt beschreiben die Wittlicher Pfadfinder ihre Neugründung vor 30 Jahren. Wichtig sind ihnen Gruppenstunden, soziales Engagement und Naturschutz. Der Neubau des eigenen Domizils war einer der Höhepunkte der vergangenen Jahre. Jetzt wird gefeiert.

Wittlich. Er hat noch gefehlt, an der Hauswand der Pfadfinder in Wengerohr: der heilige Georg. Hans-Dieter Jung vom Verein Kunst an Hecken und Zäunen hat ihn für die Pfadfinder geschmiedet, denn sie unterstützen die Künstler auch bei ihren Veranstaltungen.

Jetzt, pünktlich zum 30-jährigen Bestehen, hängt er am eigenen Pfadfinder-Heim in der Wengerohrer St.-Georg-Weg, Hausnummer 1.
Seit Februar 2012 nutzen die Pfadfinder das eigene Haus, das auf 200 Quadratmetern über einen großen und zwei kleinere Gruppenräume, ein Lager, einen Bastelraum und eine Küche, in der 100 Personen verköstigt werden können, verfügt. Zum eigenen Haus kamen sie, weil sie ihr ehemaliges Gebäude auf dem Gelände von St. Paul räumen mussten. Der Vorstand des Fördervereins der Pfadfinder beschloss gemeinsam mit dem Stammesvorstand den Neubau. Mit finanzieller Unterstützung der Pfarrei St. Markus, der Stadt Wittlich, der Stiftung der Stadt Wittlich und weiterer Zuschussgeber und Spender hat es schließlich funktioniert. Jetzt können die wöchentlichen Gruppenstunden, die Leiterrunden und die Vorbereitungen für die Jahresaktionen hier stattfinden.

In diesem Jahr haben sich die Pfadfinder St. Rochus Wittlich in der Flüchtlingshilfe engagiert. Joachim Petry, stellvertretender Vorsitzende des Fördervereins, erklärt: "Die Internationalität macht die Pfadfinder besonders. Es wird viel Jugendarbeit geleistet, aber bei uns hat der Austausch mit anderen einen hohen Stellenwert." Regelmäßig gibt es Besuche von englischen und französischen Pfadfindergruppen in St. Paul oder in deren Ländern. Auch im Naturschutz sind sie dabei. Seit zehn Jahren helfen sie bei Pflegeprojekten im Schutzgebiet bei Bergweiler. 90 Mitglieder hat der Stamm St. Rochus derzeit. Michael Kemmerer, Pfadfinder beim Wittlicher Stamm, erklärt, was für ihn das Pfadfindersein bedeutet. Er sagt: "Vor allem viel Spaß und Jugendarbeit, die Sinn macht. Bei den Pfadfindern ist jeder willkommen, es gibt keinen Leistungsdruck, und man lernt andere Länder und Kulturen kennen." Dazu ergänzt Petry: "Auch das Thema Integration von Menschen mit Beeinträchtigung leben wir hier ganz selbstverständlich seit vielen Jahren."
Am Samstag, 11. Juli, ab 14 Uhr feiert der Stamm Wittlich sein Jubiläum im Pfadfinderhaus St.-Georg-Weg 1. chbExtra

Seit Anfang der 30er Jahre sind in Wittlich Pfadfinder nachweisbar. Nach dem Verbot der Pfadfinder in der NS-Zeit gründeten die Georgspfadfinder im Herbst 1945 den Stamm der Kelten neu. Anfang der 1970er Jahre löste sich der Stamm Wittlich auf, unter anderem wegen fehlender Leiter. 1985 kam es auf Anregung von ehemaligen Pfadfindern zu einer Neugründung mit dem Namen St. Rochus. Unterstützt wurden sie von dem Steyler Pater Hermann Menge. Heute hat der Stamm 90 Mitglieder. chb