Ein Stollen für die Staumauer

LEIWEN/HEIDENBURG/BÜDLICH. Mitte März will die RWE-Tochter "Harpen" mit der Sanierung der vor annähernd 100 Jahren erbauten Dhrontalsperre beginnen. Kern des Vorhabens ist ein Stollen, der in die Staumauer getrieben wird.

Die Dhrontalsperre ist in die Jahre gekommen. Das imposante Zeugnis früherer Ingenieurskunst, unterhalb von Heidenburg an der Landestraße 148 zwischen Büdlich und Leiwen gelegen, wurde in den Jahren 1911 bis 1913 erbaut. Im Lauf des Jahres soll es aktuellen Sicherheitsstandards angepasst werden, so dass Standsicherheit und sicherer Betrieb für die nächsten Jahrzehnte gesichert sind.Arbeiten sollen in sieben Monaten beendet sein

Beginn der umfassenden Sanierungsarbeiten, in deren Verlauf die Staumauer einen Kontroll-Stollen erhält, ist Mitte März. Innerhalb von sieben Monaten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, wie das betriebsführende Unternehmen, die RWE Power AG, und der Eigentümer, die RWE-Tochter Harpen AG, mitteilen. Erbauer von Dhronkraftwerk und Talsperre, die durch den Schriftsteller Stefan Andres Einzug in die Literatur gefunden hat, waren die Elektrizitätswerke der Stadt Trier. 1929 übernahm das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk das Kraftwerk. Trotz Sanierungen in den Jahren 1977 bis 1997 kristallisierten sich bei einer Sicherheitsprüfung Defizite der Anlage heraus. Die Untersuchungen und Berechnungen zeigten laut Unternehmen Harpen, dass "in einigen ungünstigen Lastfällen Druck- und Zugspannungen in der Mauer auftreten, die nicht den anerkannten Regeln der Technik entsprechen". Ein Ingenieursbüro erhielt daher den Auftrag, Lösungen für eine langfristige und dauerhafte Standsicherheit der Mauer zu finden. Das Ergebnis ist eine Variante, die dies bis mindestens 2030 sicherstellen soll. Das Vorhaben sieht im wesentlichen einen Drainage-Stollen am Fuß der Staumauer vor. Dieser wird bergmännisch in die Mauer hineingetrieben und führt von der Mitte aus jeweils 40 Meter nach rechts und nach links. Der Haupt-Zugang, wie der Stollen selbst etwa 1,5 Meter breit und 2,7 Meter hoch, wird an der Mauersohle, dem so genannten Tosbecken, angelegt. Ein zweiter Zugang führt hochwassersicher von der Mauerkrone aus hinunter. Entscheidender Vorteil des Stollens ist, dass bei Mauer-Sickerwasser diese Bereiche lokalisiert und mittels Injektionen gezielt abgedichtet werden können. Außerdem sorgen Drainagebohrungen in den Fels für eine Entwässerung, und im Stollen installierte Messgeräte informieren über den jeweiligen Wasseranfall sowie die Bewegungen der Mauer. Laut Rainer Bosse von Harpen wurde dieses Verfahren bei gleich alten Talsperren schon mehrfach angewendet. "Seit zehn Jahren macht man das so", weist Harpen darauf hin, dass nach 1950 gebaute Dämme solche Kontrollgänge in der Regel bereits hätten. Autofahrer müssen sich während der Bauarbeiten auf eine halbseitige Straßensperrung einstellen. Vorübergehend kann auch eine kurzfristige Vollsperrung erforderlich sein.

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