Wanderung auf dem Pichterberg : Ein TV-Tipp zum Spazierengehen: Ein Streifzug am Pichterberg

Der Trimm-Dich-Pfad zwischen Wittlich und Hupperath ist nicht nur was für Sportler. Der Weg am Pichterberg bietet auch tolle Ausblicke über die Stadt und die Eifel. Ein weiterer Streifzug Christian Altmayer und Nora John.

„Trimm-Dich-Pfad“ – schon der Begriff löst bei manchem Panik aus. Klingt nach Muskelkater, Schweiß auf der Stirn, Schnappatmung. Die gleichnamige Bewegung entstand im Deutschland der 1970er-Jahre und gilt als Vorläufer des Fitness-Booms.

Das heißt aber nicht, dass man in seiner Freizeit Marathon laufen oder Baumstämme ziehen muss, um am sogenannten Vita Parcours bei Wittlich Freude zu haben. Denn der Trimm-Dich-Pfad, der zwischen Hupperath und der Stadt liegt, eignet sich auch als Spazierweg.

Wir parken den Wagen auf dem Parkplatz an der L 34. Es ist Nachmittag, an einem Wochentag. Wir haben daher Glück und finden eine Lücke. Am Wochenende, vor allem bei gutem Wetter, ist hier laut Kollegin John die Hölle los. Jogger, Nordic-Walker, Herrchen und Hunde, alle drehen sie hier ihre Runden.

Und nach ein paar Metern durch den Wald verstehen wir auch warum. Schon durch die Bäume hindurch bietet sich ein traumhaftes Panorama. Bei gutem Wetter reicht der Blick nicht nur über die Säubrennerstadt, sondern auch bis nach Dreis im Süden und Wengerohr im Osten. Sogar die Windräder im Hunsrück sind in der Ferne zu sehen.

Und umso mehr der Wald sich lichtet, desto mehr gibt es zu entdecken. Weinberge zum Beispiel. Auf den Schieferhängen wächst vor allem Rotwein und Burgunder. Möglich, dass der 367 Meter hohe Pichterberg auch daher seinen Namen hat. Der könnte sich nämlich vom lateinischen „petitura“ ableiten, was so viel bedeutet wie: das Gewinnende. Und wildes Land wurde ja für die Weinberge „gewonnen“.

 Kollegin John auf dem 50. Breitengrad.
Kollegin John auf dem 50. Breitengrad. Foto: TV/Christian Altmayer

Die Legende vom Pichtermännchen dürfte später entstanden sein. Dennoch wird die Geschichte vom kauzigen Waldgnom, der hier leben soll, seit Generationen erzählt. Getroffen haben wir ihn bei unserer Wanderung leider nicht. Wir können aber verstehen, warum der Geist sich genau dieses Fleckchen Erde zum Wohnort auserkoren hat.

Denn von hier hat das Männchen alles im Blick: Das Krankenhaus auf der Höhe, das Gefängnis im Tal, der Sterenbachsee, die Kreisverwaltung und den Vitelliuspark. Hier könnte man stundenlang sitzen und auf die Stadt runterschauen.

Doch wir gehen weiter. Immer wieder kommen wir an etwas in die Jahre gekommenen Trainingsgeräten vorbei. Wir haben zwar versucht, uns an diesen Ringen hochzuziehen, aber nach ein paar Minuten aufgegeben. Geht ganz schön in die Arme. Wie dem auch sei: Die anderen Anlagen lassen wir auf den folgenden dreieinhalb Kilometern links liegen.

Was wir uns allerdings nicht nehmen lassen, ist es, ein Foto am 50. Breitengrad zu machen. Der verläuft nicht nur exakt über den Trimm-Dich-Pfad sondern auch quer durch Wittlich, heißt es. Auch wenn dies schon ein ums andere Mal in Zweifel gezogen wurde.

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Grafik Foto: TV/TypoServ

Hinter der Markierung gehen die Weinberge allmählich in Nadelwald über. An einer Grillhütte vorbei stapfen wir durch den Fichtenforst und hören dem Florensgraben beim Plätschern zu. Es sind die letzten Meter auf dem etwa einstündigen Rundweg. Als wir am Parkplatz ankommen, stehen die ersten Jogger in den Startlöchern.