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Ein Stück Normalität in den Ferien

Ein Stück Normalität in den Ferien

Wittlich . Eine Woche nahmen behinderte Kinder an einer Ferienfreizeit teil. Das Pilotprojekt möchte die Eltern entlasten. Im nächsten Jahr sollen mehr Kindern die Möglichkeit haben, teilzunehmen.

Seit mehr als zwei Jahren gibt es regelmäßig Anfragen beim Elternkreis behinderter Kinder nach Betreuung in den Ferien. In diesem Jahr konnte endlich ein Pilotprojekt in Angriff genommen werden: Neun körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen zwischen elf und 19 Jahren genossen für eine Woche die Ferien mit anderen Kindern. "Wir wollen, dass behinderte Kinder ein Stück Normalität haben, etwas unternehmen und sich in den Ferien nicht langweilen", so Maria Klein, Vorsitzende des Elternkreises behinderter Kinder. "Zudem ist das Angebot eine Entlastung für die Eltern, denn meist kann man das behinderte Kind nicht alleine zu Hause lassen", sagt die Vorsitzende. Das Programm für die Kinder war viel versprechend. Neben einem Besuch im Tierpark Klotten, standen Kegeln, Grillen, die Maare und Besuche auf Abenteuerspielplätzen auf dem Plan. Die vier sorgfältig ausgesuchten Betreuer haben eine Ausbildung und Erfahrung im Umgang mit Behinderten. Ein Vortreffen mit den Eltern und der tägliche Austausch zwischen ihnen und den Betreuern ist enorm wichtig, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. "Die Kinder werden schneller müde, man muss die Medikamente sorgfältig verabreichen und in Notfallsituationen geübt sein. " So beschreibt Christiane Kartz, selbst Betreuerin, die Anforderungen. Auch bei der Organisation gibt es einiges zu beachten. "Man hat immer Rollstühle dabei, muss also an barrierefreie Zugänge denken, und schwimmen ist zu gefährlich für unsere Kinder", erklärt Marthe Gesthuisen, eine der Betreuerinnen. So groß der organisatorische Aufwand auch ist, die Kinder freuen sich, nicht die ganzen Ferien zu Hause zu sein: "Ich bin froh noch ein Jahr in die Schule zu gehen, dann kann ich nächstes Jahr wieder mitfahren", strahlt die 13-jährige Kerstin. Eine Wiederholung des Projekts ist auf jeden Fall geplant, man möchte in Zukunft auch mit nicht behinderten Kindern während der Freizeit etwas unternehmen. "Integration ist uns ein wichtiges Anliegen, dieses Mal haben wir erst einmal versucht, wie es überhaupt funktioniert", so Maria Klein. 2005 sollen auch mehr behinderte Kinder die Möglichkeit haben, an der Ferienfreizeit teilzunehmen. Damit dieses Vorhaben realisiert werden kann, steht man mit verschiedenen Institutionen und Organisationen in Kontakt. Daneben ist der Verein auf aber auch auf Spenden angewiesen. Kontonummer: 603545529 BLZ: 587 5920 30 bei der Sparkasse Sparkasse Mittelmosel-Eifel-Mosel-Hunsrück.