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Ein Tag im Zeichen der Winterlinde

Dreis. Für ihren vierten internationalen Wandertag haben sich die Dreiser etwas Besonderes einfallen lassen. Der Tag ist dem Baum des Jahres, der Winterlinde, gewidmet. Neben den Wanderungen gibt es ein Rahmenprogramm sowie live vorgetragene Gedichte mitten im Wald und einen Malwettbewerb für Kinder. Mehrere Hundert Gäste werden erwartet.

Dreis. Was hat die Winterlinde (botanisch: Tilia cordata) mit Dreis und mit dem 1. Mai zu tun?
Zum einen galt die mächtige Linde, "die 300 Jahre kommt, 300 Jahre steht und 300 Jahre vergeht", kulturgeschichtlich als Rechts- und Gerichtsbaum, und Dreis gehört zu den wenigen Orten in der Region, die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts eine eigene hohe Gerichtsbarkeit ausüben durften. Besser bekannt aber ist die Linde auch als Treffpunkt Jungverliebter. Zu anderen wird in vielen Gedichten und Liedern der Romantik die Verbindung zwischen Linde und Liebe besungen. Und insbesondere am 1. Mai trafen sich Liebende unter der Linde zum Tanzen und zum Feiern. Außerdem ist die Winterlinde der "Baum des Jahres 2016".
All diese Gründe hat der Dreiser Zunftbaumverein zum Anlass genommen, am Sonntag, 1. Mai, anlässlich des vierten internationalen Volkswandertages, eine Winterlinde in der Nähe der Dreyshalle zu pflanzen. Die Anregung dazu kommt vom Internationalen Volkssportverband (IVV), der alle seine diesjährigen Wanderungen unter das Motto "Wandertage der biologischen Vielfalt" gestellt hat.
Eine zusätzliche Idee hatten die Dreiser Wanderfreunde des Zunftbaumvereins: Die Kinder der Dreiser Grundschule und Kinder in der Wittlicher Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) malen schon begeistert Bilder mit Bezügen zum Thema Winterlinde. Besonders die Einbeziehung der Kinder aus der Gruppe soll auch als ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Integration verstanden werden. Alle Bilder werden in der Dreyshalle ausgestellt. In Abwandlung eines bekannten Mottos heißt es hierbei: "Ohne Preis kein Fleiss", und so werden die schönsten Bilder prämiert und alle jungen Künstler erhalten ein kleines Präsent.
Mehrere Ruhestationen


Frühstarter können sich ab 6.30 Uhr am 1.Mai auf den Weg machen, um eine der fast schon klassischen Distanzen von fünf Kilometern, zehn Kilometer oder 20 Kilometer in Angriff zu nehmen. Der späteste Startzeitpunkt ist auf 14 Uhr terminiert. Startort ist der Platz an der Dreyshalle in der Talstraße.
Während in den vergangenen Jahren jeweils der Dreiser Burgberg im Zentrum der Wanderstrecken stand, geht es dieses Mal in Richtung Heckenland.
Für Eltern, deren Nachwuchs noch im Kinderwagen ‚mitwandert‘, ist die Kurzstrecke geeignet. Die beiden längeren Strecken führen auf schönen Wegen durch den frühlingshaften Wald und bieten neben den wunderbaren Ausblicken auf die umliegenden Dörfer und Höhenzüge auch sicherlich Augenblicke der Ruhe und der inneren Einkehr im jung ergrünenden Laubwald. Unterwegs können sich die Wanderfreunde an mehreren Ruhestationen stärken und sich mit anderen Teilnehmern beim gemütlichen Plausch austauschen.
Wer Lust hat, kann an einer Station auch ein live vorgetragenes Waldgedicht hören. 15 Texte stehen zur Auswahl - von Friedrich Hölderlin über Joseph von Eichendorff, Erich Kästner und anderen Klassikern bis zu Gedichten der Gegenwart. Die Teilnahme am Wandertag wird für den Erwerb des Internationalen Volkssportabzeichens gewertet.
Der Zunftbaumverein bietet morgens Frühstück und ganztägig warme Mahlzeiten und Getränke sowie Kuchen der Dreiser Frauen an.
Da in Dreis Gastfreundschaft großgeschrieben wird, und die Dreiser gerne feiern, wird der Wandertag nicht mit der Rückkehr der Wanderfreunde enden. Vielmehr beginnt dann der letzte Teil des Tages, der in Abwandlung einer bekannten Liedzeile von Marius Müller-Westernhagen das Motto hat: "Alle, die vom Wandern träumen, sollten's Feiern nicht versäumen!" red