Ein teurer Winter

Der kalte und häufig nasse Winter mit Schnee und Eis brachte die Mitarbeiter der Straßenmeistereien Wittlich, Bernkastel und Manderscheid ins Schwitzen. Bis Ende Januar leisteten sie bereits 7200 Stunden Winterdienst. Auch der Verbrauch an Streusalz ist viel höher als in den Vorjahren.

Bernkastel-Kues/Wittlich. 900 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen betreuen die 63 Straßenwärter der Master-Straßenmeisterei Wittlich. In diesem Winter mussten sie mit ihren Streu- und Räumfahrzeugen häufiger als in den Vorjahren die Strecken befahren, um die Fahrbahnen in Eifel und Hunsrück und an der Mosel von Schnee und Eis zu befreien. Ralf Schmitz, Leiter der Master-Straßenmeisterei Wittlich, berichtet, dass bis Ende Januar in seinem Einzugsbereich mit den Straßenmeistereien Bernkastel, Wittlich und Manderscheid bereits 6000 Tonnen Salz und knapp 1,5 Millionen Liter Sole verbraucht wurden. Zum Vergleich: Im Winter 2007/08 wurden von Oktober bis April nur 4800 Tonnen Salz gestreut. In diesem Winter mussten die Salzlager sogar zwei- bis dreimal nachgefüllt werden.

Auf die Straße kommt so genanntes "Feuchtsalz 30". Es besteht aus 70 Prozent normalem Natriumchlorid, also Kochsalz, plus 30 Prozent Sole. Diese Mischung bleibt besser auf dem Asphalt haften und wirkt schneller und länger.

Über den Verbrauch im Februar, der bekanntlich relativ viel Schnee brachte, liegen noch keine Zahlen vor.

Schmitz hat außerdem die bis Ende Januar angefallenen Personalstunden errechnet. 7200 Stunden leisteten die Straßenwärter. Das ist ebenfalls weitaus mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bereits Ende Januar, so Schmitz, lagen der Verbrauch an Salz und der Personaleinsatz bereits über dem zehnjährigen Durchschnittswert.

Bis Ende Januar sind bei der Master-Straßenmeisterei Wittlich Kosten in Höhe von 433 000 Euro an Salz und Sole angefallen, ferner 260 000 Euro Personalkosten sowie 672 000 Euro für die Fahrzeug-Bereitstellung und die Bezahlung von Fremdunternehmern. Und noch ist der Winter nicht vorbei. Schmitz: "Vorausgesetzt, wir werden einen normalen März bekommen, werden wir in diesem Winter insgesamt rund 20 Prozent höhere Kosten haben, bei einem schneereichen März sogar bis zu 35 Prozent." Die Kosten werden anteilig getragen von den Baulastträgern, das heißt Bund, Land und Kreis.

Im Falle eines erneuten heftigen Wintereinbruchs mit Schnee und Eis sind die Straßenmeistereien laut Schmitz gut gerüstet. Die Lager seien wieder gefüllt, Liefer-Engpässe habe es bislang nicht gegeben.

Jetzt bleibt noch abzuwarten, welche Schäden der Winter im Asphalt hinterlässt. Diese werden nach den frostigen Monaten nicht unerheblich sein. Schmitz: "Da gibt es vor allem an den Landes- und Kreisstraßen viel zu tun."

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