Ein unmöglicher Vorgang

Hochmoselbrücke

Zu unserem Artikel "Lärm, Staub und viel Frust" (TV vom 19./20. August) schreibt dieser Leser:
Wen wunderts, wenn in Longkamp die Nerven blank liegen. Seit Jahren nun läuft hier die Baumaßnahme B 50 neu, und es ist noch kein Ende in Sicht.
Seit Jahren müssen die Bürger Baulärm, Staub und Schwerverkehr ertragen, abgesehen von den Nachteilen, die sich auch in Zukunft noch ergeben werden. Es war nicht vorgesehen, einen so großen Teil des Baustellenverkehrs durch den Ort abzuwickeln, zumal der Planfeststellungsbeschluss vorgibt, den Baustellenverkehr über die Trasse zu führen. Das dies aus bautechnischen Gründen nun nicht erfolgen konnte, ist alleinige Schuld der bauausführenden Firma und des Baulastträgers. Was die Beeinträchtigung durch die B 50 selbst für den Ort Longkamp bedeutet, so ist der Ort gegenüber den erwähnten Moselgemeinden erheblich im Nachteil. Und diese Nachteile müssen durch die Förderung entsprechender Projekte und Zuschüsse kompensiert werden. Eine Beeinträchtigung durch den Hochmoselübergang, wie diese von der Ortsgemeinde Ürzig geltend gemacht wird, ist zwar zutreffend, rechtfertigt alleine jedoch nicht die Bezuschussung für den Umbau und die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses mit 687 000 Euro.
Damit kein Missverständnis entsteht, wir gönnen der Ortsgemeinde den Zuschuss, sind jedoch der Meinung, dass alle betroffenen Gemeinden gleichbehandelt werden müssen.
Dem Vernehmen nach soll im Falle Ürzig die besondere politische Verbindung zum FDP-Wirtschaftsminister in Mainz den Weg geebnet haben. So konnte Ürzig offenbar sehr schnell und eine extrem hohe Förderung erreichen, während andere Gemeinden leer ausgehen. Ein unmöglicher Vorgang wie ich finde, der viele Fragen aufwirft.
Bereits im Jahre 2003 habe ich in meiner Eigenschaft als Ortsbürgermeister erstmalig den Zuschussantrag für den Umbau und die Renovierung der Gemeindehalle gestellt und diesen Antrag mit Zustimmung der Kommunalaufsicht von Jahr zu Jahr erneuert. Doch leider ohne ein Ergebnis. Zu diesem Zeitpunkt war von einer Maßnahme Ürzig noch keine Rede. Das nun der Antrag Ürzig so prompt bedient wurde, ist ein Affront allen anderen Gemeinden gegenüber.Das kann von der Gemeinde Lonkamp nicht widerspruchslos hingenommen werden.
Auch der von der VG Bernkastel-Kues in Auftrag gegebene Landschaftspark lässt Fragen offen. Hier sollte meines Erachtens das Gelände zwischen Hochmoselübergang und dem Ort Longkamp bis hin zum Archäologiepark Belginum miteinbezogen und als besonderes Wandergebiet erschlossen werden.
Hans Herrmann, Longkamp