Ein Verein kümmert sich um die Ausrichtung des Open-Air-Festivals im Alftal.

Musik : Ein Zwerg für die krasseste Gartenparty

Nach zwei Jahrzehnten gibt es eine Umstellung beim Punk- und Hardcore-Festival im Alftal. Ein Verein kümmert sich erstmals um die Ausrichtung des Open-Air-Festivals im Alftal.

Mario Schichel atmet auf. Seit er 20 war, 13 Jahre lang, hat er das Riez Open Air verantwortlich organisiert. Jetzt kann er sich zurücklehnen – zumindest etwas. Nach 20 Festivals am Rande des Bausendorfer Ortsteils Olkenbach werden Verantwortung und Arbeit auf mehr Schultern verteilt.

Der neu gegründete Kulturverein Riez organisiert am kommenden Juli-Wochenende (25. bis 27. Juli) erstmals die „krasseste Gartenparty“, wie das Open-Air-Festival liebevoll genannt wird. Und weil zu einem urdeutschen Garten auch Gartenzwerge gehören, gibt es einen solchen erstmals auch bei Riez Open Air. Schichel, mittlerweile 34 Jahre, wollte, dass das Riez Open Air weitergeführt wird.

 „Es geht darum, dass hier in der Ecke ein bisschen Mucke gemacht wird“, erklärt er. Der Jugend etwas bieten, auch damit sie nicht politischen Rattenfängern auf den Leim geht, das war immer auch Intention der Riez-Veranstaltungen und soll es auch bleiben. „Ich bin froh, dass es die Lösung mit dem Verein gibt, mit der es weitergeht!“

Nach mehr als einem Jahrzehnt Open-Air-Organisation war ihm in den vergangenen Jahren mehr und mehr klargeworden, dass sich etwas ändern muss. Zum einen wurde die Arbeit nicht weniger („Das ist echt in Maloche ausgeartet.“). Beruflich wurde er als Betriebsleiter bei einem Fahrzeugbau-Unternehmen zudem immer mehr in Anspruch genommen.

Zum anderen ist da das finanzielle Risiko, das Schichel persönlich einging. Immerhin habe zweimal ein Defizit im fünfstelligen Bereich ausgleichen werden müssen, erzählt er. Mit dem lieben Geld muss sich der im September 2018 gegründete Kulturverein Riez natürlich auch auseinandersetzen. Es gelte etwa 6000 Euro an Fixkosten pro Jahr zu finanzieren, erklärt die Vorsitzende Tamara Schaab. Das ist vor allem die Pacht für den Vereinsraum, die Riez-Rockbar. Neben dem Open Air sollen kleinere Konzerte und Veranstaltungen nicht nur Farbe ins kulturelle Leben des Alftals bringen, sondern auch zur Finanzierung beitragen.

Die größte Herausforderung bliebt das Riez Open Air. Rund 800 Besucher erwartet Schaab an jedem der drei Festivaltage. „Aber wir haben noch ein bisschen Platz“, sagt sie mit Blick auf das weitläufige Gelände, das auch zum Campen einlädt.

„Jeder im Vorstand hat sein Aufgabengebiet“, erklärt der zweite Vereins-Vorsitzende Patrick Zenz. Die Arbeit ist breiter verteilt. „Da sind Leute dabei, die wissen, was sie tun“, freut sich Schichel, dass einige Spezialisten für bestimmte Bereiche gewonnen wurden. Da geht es zwar auch, aber nicht nur, darum, Werbung auf anderen Veranstaltungen zu machen, Plakate und Banner aufzuhängen oder mit dem Riez-Schriftzug versehene Strohballen aufzustellen.

Außerdem müssen das Festivalgelände hergerichtet und die Bühne mit der gesamten Licht- und Ton-Installation aufgebaut werden. Statt externe Firmen zu beauftragen, werde in Bausendorf-Olkenbach noch viel selbst gemacht, erklärt Zenz.

Etliches an Equipment wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten angeschafft. Das spart jetzt Geld. „Wir sind wohl das einzige Festival, das günstiger wird. Wir haben gesagt, dass wir das, was wir sparen, zu den Besuchern durchreichen werden“, sagt Schichel, der als Beisitzer auch dem zwölfköpfigen Vereinsvorstand angehört.

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