Natur: Ein Vertrag für den Naturschutz

Natur : Ein Vertrag für den Naturschutz

Eine Stiftung sorgt künftig dafür, dass in Wittlich Ausgleichsflächen

() Die Stadt Wittlich und die Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz (Kula) kooperieren bei der Umsetzung naturschutzrechtlicher Kompensationsmaßnahmen. Diese werden nötig, weil unter anderem die Schaffung neuer Baugebiete oder Gewerbegebiete zu einer Beeinträchtigung von Natur und Landschaft führen. Laut Gesetz müssen diese Eingriffe in die Natur aufgefangen werden. Dazu werden landwirtschaftliche Flächen  – oft zum Leidwesen der Landwirte – sowohl für die Ausweisung neuer Bauflächen als auch zur Schaffung der nötigen Ausgleichsmaßnahmen beansprucht. Daher suchte die Stadt Lösungen, das Interesse an einer nachhaltigen Stadtentwicklung und die Interessen der Landwirtschaft zu vereinen. Zu diesem Zweck wurde nun die Zusammenarbeit vereinbart.

Der Kula-Vorstandsvorsitzende Rudolf Schneichel und Bürgermeister Joachim Rodenkirch unterzeichneten einen Vertrag, mit dem die Stiftung die erstmalige Herstellung, laufende Pflege, dauerhafte Sicherung sowie die Finanzierung von Kompensationsmaßnahmen mit einer Gesamtfläche von 7,15 Hektar  im Auftrag der Stadt übernimmt. Dabei verpflichtet sich die Stiftung, die Maßnahmen anstelle der Stadt eigenverantwortlich umzusetzen und sicherzustellen. Hierzu schließt die Stiftung mit den Landwirten, die diese Flächen bewirtschaften,  Bewirtschaftungsverträge ab.

Die Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz wurde von der Landwirtschaftskammer, dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, dem Bauern und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd und dem Gemeinde- und Städtebund gegründet. Sie dient dazu, die landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft zu erhalten und zu fördern. Die Stiftung setzt sich dafür ein, die Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz in Einklang zu bringen und Ziele des Naturschutzes unter Rücksichtnahme auf die Landwirte umzusetzen. Sie folgt der Überzeugung, dass finanzierbarer und nachhaltiger Naturschutz nur mit den vor Ort tätigen Flächenbewirtschaftern funktionieren kann.

Die Schaffung von Kompensationsflächen ist nur ein Baustein der Stadt, ein nachhaltiges Kompensationskonzept aufzubauen. So wird bereits verstärkt ein Augenmerk auf die Wiederaufnahme einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Brachflächen, insbesondere im Bereich Streuobst, gerichtet.

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf die Einbeziehung von Gewässerrandstreifen gelegt.

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