Ein weiter Weg

WITTLICH-NEUERBURG. (peg) Kein Bus mehr für die Kinder von Dorf: Sie müssen wohl nach den Ferien zu Fuß in den Kindergarten nach Neuerburg gehen.

Zehnmal im Jahr 11,10 Euro hätten sie zahlen sollen, die Eltern der Kinder aus Dorf, die die Kindertagesstätte in Neuerburg besuchen. Dazu wären sieben Eltern auch bereit gewesen. Allein, es fehlt der RMV ein Vertragspartner. Mit Privatpersonen schließt das Unternehmen nämlich keinen Beförderungsvertrag ab, nur mit Vereinen oder Kommunen, und der Kreis hatte sich aus der Finanzierung des Transports zurückgezogen. Begründung: Das Kita-Gesetz sieht keinen Anspruch der Dorfer Kinder vor, weil die Stadtteile Dorf und Neuerburg keine ausreichend große Baulücke mehr haben, die sie als zwei klar voneinander getrennte Stadtteile ausweisen würde. Die naheliegende Lösung, dass die Stadt als Träger der Einrichtung in die Bresche springt, fällt ebenfalls aus (der TV berichtete). Sie sei nicht zuständig. Außerdem könne sie sowohl aus Haus halterischen als auch aus personellen Gründen das private Fahrgeld der betroffenen Eltern nicht verwalten und verwahren. Einzig verbleibende Lösung wäre die Gründung eines Fördervereins gewesen, mit dem die RMV beispielsweise in Jünkerath einen Vertrag geschlossen hat. Doch der kommt in Neuerburg endgültig nicht zustande, wie der vergangene Elternabend erbrachte. Noch zeigt sich die RMV menschlich: In stillem Einvernehmen hielten die Fahrer, deren Busse ohnehin mitten durch Dorf fahren, an Bord die Sprösslinge aus Bombogen, an der Haltestelle an, an der über Jahre die Kinder aus Dorf eingestiegen sind. Auch ohne Entgelt haben sie seit den Sommerferien den Transport übernommen, was die betroffenen Eltern "ziemlich klasse" finden. Doch dieser Zustand wird wohl nicht ewig währen.

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