Ein Wille, aber noch kein Weg

Der Wittlicher Stadtrat diskutierte über den steilen Fußweg, der zwischen Ohling und Schloßstraße verläuft. Anlass war ein CDU-Antrag. Der Rat fand keine Lösung für das Problem und übergab das Thema zur Prüfung an die Verwaltung.

Über die Verbindung von der Ohling hinauf zur Schloßstraße wurde im Stadtrat diskutiert. TV-Foto: Archiv: Sonja Sünnen

Wittlich. Komfortabler hätten ihn im Prinzip gern alle "irgendwie": den Fußweg, der aus Richtung Vitelliuspark gesehen am schnellsten zur anderen Lieserseite stadtwärts führt. Wie das gehen soll, weiß noch keiner, auch nicht die CDU, die mit ihrem Antrag "Ausbau einer Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von der Ohling zur Schlossstraße" die Abkürzung zum Thema machte (der TV berichtete). Beim Vortrag des Antrags erklärte Jürgen Junk (CDU) zunächst, warum die CDU vor drei Jahren gegen eine Beleuchtung desselben Wegs gestimmt habe: "Weil es damals nicht um eine Neuordnung des Weges ging." Dessen Gefährlichkeit sei nachgewiesen und deshalb müsse man ihn so gestalten, dass "er gut benutzt werden kann" und ihn nicht "nur" beleuchten.

Joachim Gerke (SPD) griff ebenfalls auf, dass seine Fraktion Ende 2004 mehr Licht für den Weg gefordert hatte, aber mit diesem Antrag gescheitert war. Der SPD-Vorsitzende schlug vor, direkt über den CDU-Wunsch zu beraten, statt ihn wie bei Anträgen in Wittlich üblich, zunächst ohne Debatte in den Ausschuss zu verweisen. Auch die CDU stimmte dafür, direkt zu diskutieren, so dass die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit gegeben war.

Keine Lösung mit vertretbarem Aufwand



Daraufhin argumentierte die SPD, man habe selbst schon geprüft, ob der Weg verbessert werden könne, das scheitere jedoch an der steilen Hanglage. Mit "vertretbarem finanziellen Aufwand" werde man keine Lösung finden, deshalb sei eine Beleuchtung - als Kosten waren einmal rund 1300 Euro im Jahr genannt worden - ein "guter Kompromiss". Jürgen Junk hielt dagegen, die CDU sei der Auffassung, "dass Beleuchtung diesen Weg nicht sicherer macht". Womöglich könne man den Weg als Serpentine führen. Hans Gaß (SPD) meinte, das sei nicht möglich. Er erinnerte daran, der damalige Wegebau sei durch die erforderliche Stützmauer schon mit großem Aufwand verbunden und schwierig gewesen. Er warf der CDU vor, für eine Diskussion gestimmt zu haben, ohne "zur Sache wirklich etwas beitragen zu können. Was haben Sie sich denn gedacht?"

Von der Stadtverwaltung beteiligte sich Lothar Schaefer am Gedankenaustausch: "Wir haben in ähnlicher Lage eine Konstruktion von der Südtangente hoch zu den Parkplätzen, eine Treppe. So eine Lösung wäre vielleicht denkbar." Um die Diskussion "im luftleeren Raum" zu beenden, schlug Bürgermeister Ralf Bußmer vor, zu beschließen, die Verwaltung solle das CDU-Ansinnen prüfen. Dem schloss sich die Ratsmehrheit nach dem ergebnislosen Diskutieren an. Die SPD lehnte das ab. Sie hatte gewünscht, den CDU-Antrag "zu korrigieren" - in den früheren SPD-Antrag zur Schaffung einer Beleuchtung.

Meinung

Weiterhin im Dunkeln tappen

Der seit zwei Monaten vorliegende CDU-Antrag führte im Rat nicht gerade zu einer Sternstunde zielführender politischer Debatte. Man hatte den Eindruck, dass mancher gar nicht weiß, wie es vor Ort wirklich aussieht. Dass Licht alleine den kurzen Steilstich nicht zu einer komfortablen Promenadenstrecke macht, ist klar. Eine Verschlechterung bringt eine Beleuchtung aber allemal nicht, jedenfalls nicht für Schüler, die auch in der kommenden dunklen Jahreszeit hier morgens zur Schule gehen, sofern nicht Glätte die Abkürzung unbegehbar macht. Warum die CDU nicht schon damals einen weitergehenden Antrag auf Wegeausbau als Reaktion auf den SPD-Antrag gestellt hat? Man weiß es nicht. Sehr diplomatisch hat sich aber auch die SPD nicht verhalten. Wer weiß, dass er CDU-Zustimmung braucht, um etwas zu erreichen, sollte mit Kritik vorsichtiger umgehen. s.suennen@volksfreund.de