Autoren : Ein Wunder, drei Leichen

Eine aus Enkirch stammende Autorin hat ihren ersten Moselkrimi verfasst.

Hannah Corvey lebt seit 20 Jahren in Heidelberg. „Sehr schön ist es dort, aber im Herzen bleibe ich Moselanerin“, sagt die aus Enkirch stammende Frau. Hannah Corvey ist nicht ihr richtiger Name. Es ist ein Pseudonym, das sie als Schriftstellerin verwendet. Wie sie richtig heißt, will die 49-jährige Akademische Oberrätin an der Universität Heidelberg, wo sie unter anderem Sprach- und Übersetzungswissenschaften lehrt, nicht verraten. „Ich will meinen Beruf von meinem Hobby, dem Schreiben, klar trennen“, sagt sie.

Krimis schreiben, diese Leidenschaft hat sie vor fünf Jahren gepackt. Ihr erstes Buch hieß „Heidelberger Gold“, es folgten „Badische Bienen“ und „Ex und tot“.

Und jetzt ist ihr neuer Krimi erschienen  – „Moselwunder“. Das Besondere diesmal: Die Handlung spielt an der Mosel, in Traben-Trarbach, Starkenburg, Trier und Kröv. Hannah Corvey kennt die Moselaner, die Charaktere und Eigenheiten. „Es sind Menschen mit zupackender Art, mit dem Herzen am rechten Fleck, rustikal und immer geradeaus.“ Und ein solcher Typ ist eine der Hauptfiguren des Romans. Der pensionierte Bauunternehmer Georg Reifegerste unterstützt den gewitzten, jungen Hauptkommissar Max Engel bei der Lösung eines Kriminalfalls mit drei Leichen. „Als ich mit dem Schreiben begann, waren die Figuren gleich da. Es könnte sein, dass sich der ein oder andere Enkircher in der Geschichte wiedererkennt“, sagt die Autorin.

Eine Rolle spielen Gleitschirmflieger, die sich bei Graach in die Tiefe stürzen und die die ganz besondere Thermik, die an den Moselhängen typisch ist, für ihre Flüge nutzen. Diese ganz besondere Thermik nennen die Segler „Moselwunder“.

Ein Auszug aus dem Buch: „Max nutzte den Auftrieb und steuerte in die Mitte des Flusstals. Unter sich sah er die sanft geschwungenen Weinberge und das glitzernde Band der Mosel. Schon ein paar Mal war Max vom ‚Moselwunder’ getragen worden, jener besonderen Thermik kurz vor Sonnenuntergang. Dann sorgen die aufgeheizten Schieferhänge dafür, dass man schwebte wie der König der Lüfte“. Es ist ein humorvoll und zugleich spannender Krimi mit viel Lokalkolorit und liebevoll ausgearbeiteten Charakteren.

Immer wieder kommt die Mutter zweier Kinder an die Mosel, um ihre Eltern in Enkirch oder die zahlreichen Freunde und Bekannten zu treffen.

Das Pseudonym Corvey kommt übrigens nicht von Ungefähr. Sie hat ihn an Anlehnung an das sogenannte „Corveyer Wäldchen“ zwischen Traben und Kövenig gewählt.

Hannah Corvey: „Moselwunder“, 269 Seiten, Paperback, 11,90 Euro, erschienen im Emons-Verlag Köln, www.emons-verlag.de, ISBN: 978-3-7408-0536-4