Ein Wunsch ist zu teuer

WITTLICH-NEUERBURG. Noch zu teuer ist der Ratsmehrheit ein Vereinshaus-Neubau in Neuerburg. Mit 16 Stimmen (SPD, FDP, Grüne, FWG) zu 13 Stimmen (CDU) wurde auch die überarbeitete Entwurfsplanung abgelehnt (der TV berichtete).

Neuerburgs Ortsvorsteher Reinhold Westhöfer ist enttäuscht: "Ein Bürgerhaus in Neuerburg ist dringend notwendig." Doch die Planung findet im Stadtrat keine Mehrheit. Die Netto-Kosten von rund 631 380 Euro, die die Verwaltung bereits um 45 000 Euro nach unten reduziert hat, seien immer noch zu hoch, argumentierten die Gegner. Grundsätzlich hatte der Rat allerdings im Juli einem Planentwurf schon zugestimmt, jedoch gewünscht, dass geprüft werde, ob man nicht preiswerter bauen könne. Das hat die Verwaltung getan. Ortsvorsteher Reinhold Westhöfer hat zur Sitzung zudem eine Liste der Vereine mit insgesamt 576 Mitgliedern, die das Haus nutzen wollen, vorgelegt. Zu den jetzt genannten Netto-Kosten sagt Reinhold Westhöfer: "Darin sind bereits die Mehrwertsteuererhöhung 2007 und die Preissteigerung von rund zehn Prozent mitkalkuliert. Würde ich die abziehen, käme ich unter die rund 585 000 Euro, die ja bereits im Investitionsplan festgeschrieben sind." Der Ortsvorsteher blickt zurück: "Die Kosten waren bekannt. Der Stadtrat hat fast einstimmig im Juni 2004 festgestellt und beschlossen, dass Neuerburg eine Ersatzmaßnahme für das marode alte Vereinshaus braucht. SPD, Grünen, FDP und FWG geht es nicht um die angeblich zu hohen Kosten, sondern sie wollen einfach nicht noch ein Vereins- oder Bürgerhaus, wie ich es gerne nennen möchte, für den Stadtteil Neuerburg. In meinen Augen hätten diese Ratskollegen schon bei der ersten Abstimmung 2004 spätestens jedoch im Juli 2006 klar sagen sollen, was sie denken und beabsichtigen." Im Vorfeld der Planungen ist mit Ortsbeirat und örtlichen Vereinen in vielen Besprechungen und Sitzungen ein Nutzungskonzept erarbeitet und der Raumbedarf ermittelt worden. "Aufgrund dieses Konzeptes sind dann von Herrn Spindler von der Stadtverwaltung sieben Planentwürfe vorgelegt worden. Der Ortsbeirat hat sich für die kompakteste und kostengünstigste Variante entschieden, dem dann der Stadtrat ebenfalls am 13. Juli 2006 grundsätzlich zugestimmt hat", sagt Reinhold Westhöfer und betont, dass nicht nur die Vereine sondern auch Privatpersonen auf ein "Bürgerhaus" im Stadtteil angewiesen seien. Eine Auslastung sei garantiert."Je länger wir warten, umso teurer wird es "

Aufgeben will Reinhold Westhöfer nicht, auch wenn durch den jetzigen Ratsbeschluss der Termin für die Zuschussbeantragung beim Land nicht genutzt werden kann: "Ich werde alles unternehmen, was nötig ist, um die Maßnahme doch noch auf den Weg zu bringen. Nur es verzögert sich wohl um ein Jahr." Thomas Spindler von der Stadtverwaltung betont in der Sitzung, dass eine weitere Reduzierung der reinen Baukosten nicht mehr möglich sei, das habe er an Vergleichobjekten überprüft: "Alles Weitere würde zu Lasten der Funktionalität gehen." Die Bauweise sei schon "sehr einfach" ausgelegt. Der "sehr hohe technische Aufwand" wie etwa der notwendige Schallschutz, sprich Dreifachverglasung, die anzulegenden Parkplätze oder der notwendige Veranstaltungsraum mit 140 Quadratmetern seien nicht wegzudiskutieren. In der Sitzungsunterlage heißt es: "Die Raumgrößen orientierten sich an der Größenordnungen des Pfarrheims Bombogen. Bei der Aufstellung des Raumprogramms und der Ausgestaltung wurde jedoch ein noch strengerer Maßstab angelegt und diese Größenordnung unterschritten." Die Planung sei "die kompakteste und damit am wirtschaftlichsten realisierbare und zu unterhaltende aller vorausgehenden, diversen Varianten." Reinhold Westhöfer sagt: "Der Grund für die Ablehnung sind offenbar nicht die Kosten, die waren bekannt. Das Haus ist notwendig. Wir haben nichts mehr für unserer Vereine und Bürger, aber je länger wir warten, umso teurer wird es." Was halten Sie, liebe Leserinnen und Leser, vom Projekt Vereins- oder Bürgerhaus für Neuerburg? Soll es trotz der Kosten gebaut werden? Mailen Sie uns Ihre Meinung mit Namen und Anschrift (maximal 30 Zeilen à 30 Anschläge) an die Internet-Adresse moselecho@volksfreund.de.