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Jubiläum: Ein Zelt, das alle zusammenhält

Jubiläum : Ein Zelt, das alle zusammenhält

Mit einem Festamt in Eifeler Platt hat Hasborn den Bau und die Einweihung seiner Filialkirche vor 50 Jahren gefeiert.

() „Der kann das!“ So lautete der Einstieg von Pfarrer Jürgen Fuhrmann, Kooperator in der Pfarreiengemeinschaft Manderscheid, in seine Predigt. Es war die Antwort auf die ihm in der Vorbereitung für den Festgottesdienst immer wieder gestellte Frage, ob er seine Predigt auch, wie die anderen Hasborner Akteure und vor allem der Kirchenchor, in Eifeler Platt vortragen könne.

Eindrucksvoll erläuterte er den Festamtbesuchern in seinem Maifelder Platt, „das ihr wohl auch versteht“ die Überlegungen der Hasborner Kirchenbauer vor 50 Jahren, das Gotteshaus in Zeltform zu bauen.

„Das Konzil 1965 hatte von dem Kirchenvolk damals gefordert, sich auf den Weg zu Gott zu begeben. Dafür brauchst du ein Zelt.“ Eindringlich forderte Pfarrer Fuhrmann die heutigen Gläubigen auf, „die Zeltatmosphäre von damals wieder einziehen zu lassen. Rückt näher zueinander und bringt in der Enge den notwendigen Respekt dem Zeltnachbarn gegenüber auf –  egal, ob es ein Mann, eine Frau, ein Kind, ein Senior, einer mit schwarzer, weißer oder gelber Hautfarbe, ein Reicher oder ein Armer ist.“

Viel wurde, vor allem beim Empfang nach der Festmesse, über die Motivation der Menschen vor 50 Jahren gesprochen, eine solche Kirche zu bauen, und über ihre Zukunft.

Als „Hosbada Jung“ immer dabei, wenn es in seinem Geburtsort etwas zu feiern gibt, stellte Professor Hermann Simon fest, dass seine Kirche damals für hundert Prozent der 350 Einwohner gebaut wurde. Auch wenn sie heute für sieben Prozent der mittlerweile fast 700 Einwohner, die die Kirche regelmäßig besuchen, viel zu groß sei, müsse man sie unbedingt erhalten.

Ortsbürgermeister Kajo Neumes sagte: „Die zivile Ortsgemeinde steht wie damals auch heute noch voll hinter den Zielen der Christen unter uns und der Erhaltung unserer schönen Kirche.“ Der Vorsitzende des Pfarreien- und Pfarrgemeinderates, Ingbert Heyer, hatte ein „dickes Dankeschön“ für alle damaligen Erbauer dabei: „Viele sind unter uns heute. Wir alle sind aufgefordert, in der Zukunft mitzumachen, damit wir unsere Kirche auch noch für unsere Kinder erhalten können.“