Ein zerstörter Lebenstraum

Die Hasenmühle in Burgen wurde in der Nacht zum Karfreitag durch ein Feuer zerstört (der TV berichtete). Das Ehepaar Ed Paterson und Lena Mager hatte das historische Anwesen in mühevoller Kleinarbeit über viele Jahre renoviert und sich einen Lebenstraum verwirklicht. Ob sie den Wiederaufbau wagen werden, ist noch ungewiss.

Burgen. Als Lena Mager und Ed Paterson 1993 erstmals vor der Hasenmühle standen, hatten sie das gefunden, nach dem sie lange gesucht hatten: ein altes, historisches Anwesen mit großem Garten und mächtigen Bäumen und ein Bach, der wenige Meter am Haus vorbeiplätschert. Ein idyllischer Ort, der Ruhe ausstrahlt und ein "Haus mit Seele". Beide arbeiteten und wohnten seinerzeit in der hektischen Großstadt Frankfurt. Hier am Ortsrand von Burgen wollten sie sich niederlassen, um ein Leben in und mit der Natur führen zu können. Der Lebenstraum ging in Erfüllung, auch wenn er unendlich viel Arbeit kostete.
Erst vor zehn Jahren zogen sie ganz nach Burgen, nachdem sie fast jedes Wochenende dort verbracht hatten, um nach und nach das heruntergekommene Haus wieder wohnlich zu machen. Schon mehrmals öffneten Lena Mager und Ed Paterson ihr Anwesen für die Öffentlichkeit, unter anderem jedes Jahr am Pfingstmontag anlässlich des Deutschen Mühlentages.
Idylle mit Bach und Bauerngarten


Die Besucher konnten einen Blick in den alten Mühlraum werfen und den weitläufigen Bauerngarten mit seinem Mammutbaum, den Buchsbaumanlagen und den Kräuterbeeten bewundern.
Die Katastrophe ereignete sich in der Nacht zum Karfreitag. Lena Mager war an diesem Tag in Bonn zu Besuch bei Verwandten, Ehemann Ed kam vom Bridge-Abend und war zu später Stunde im Wohnzimmer vor dem Fernseher eingeschlafen. "Zum Glück", sagt er jetzt, denn das Feuer — die Ursache des Brandes ist noch immer ungeklärt — war neben dem Schlafzimmer ausgebrochen. Der 66-jährige Internet-Programmierer konnte von zu Hause keine Hilfe mehr holen, denn Telefon und Strom waren bereits lahmgelegt. Er eilte ins Dorf zum nächstgelegenen Haus, von wo aus die Feuerwehr alarmiert wurde.
Die Feuerwehrmänner konnten die Flammen löschen, das Haus aber nicht mehr retten. Aber sie schafften es noch in letzter Sekunde, die Computer aus dem Büro ins Freie zu schleppen. Die gespeicherten Informationen und Kundendateien sind für das Ehepaar, das weiterhin eine Internet-Agentur betreibt, die Existenzgrundlage. "Der Einsatz der Feuerwehr war heldenhaft", sagt Lena Mager. Beeindruckt sind beide auch von der großen Hilfsbereitschaft der Burgener Bevölkerung. Sofort wurde ihnen vor übergehend eine kostenlose Ferienwohnung zur Verfügung gestellt, und sie erhielten Kleidung und Wäsche.
Die Burgener wünschen sich, dass Lena Mager und Ed Paterson in Burgen bleiben. Viele Privatpersonen und die Ortsgemeinde haben ihre Hilfe angeboten. Auch der Denkmalschutz will, dass das Anwesen erhalten bleibt.
Theatergruppe will helfen


Die Theatergruppe "Burgener Bühnchen" wird ihre unter der Regie von Lena Mager im April aufgeführte Komödie "Das Damenduell" am 19. und 20. Mai, vielleicht sogar, wenn weitere Karten nachgefragt werden, am 21. Mai ein drittes Mal im Gemeindehaus auf die Bühne bringen. Die Einnahmen kommen dem Ehepaar zugute, die, so wünschen es sich viele Burgener, den Wiederaufbau wieder wagen sollen. Der Name Hasenmühle geht auf Philip Haas zurück, der diesen Hof 1845 bis 1848 als Getreide- und Ölmühle mit Wohn- und Wirtschaftsteil erbaute. Um 1920 musste die Mühle aus wirtschaftlichen Gründen von der Famile Haas aufgegeben werden, und das Mühleneigentum ging an eine Genossenschaft über. Zeitweise besaßen bis zu 28 Familien der Umgebung Anteile an der Hasenmühle. Gegen 1970 wurde der Mahlbetrieb wegen notwendiger Reparaturen eingestellt. Das Gebäude fiel in einen Dornröschenschlaf, bis Ed Paterson und Lena Mager Anfang der 90er Jahre mit der Sanierung begannen. Mühle und Garten stehen seit 1982 unter Denkmalschutz.