Einbrecher gestehen und müssen in Haft

Einbrecher gestehen und müssen in Haft

Eine Einbruchserie im Raum Bernkastel-Kues endet für zwei Trierer im Gefängnis. Einen Monat lang hatten die beiden arbeitslosen Männer im Spätsommer 2009 den Raum Bernkastel-Kues unsicher gemacht.

Bernkastel-Kues/Trier. (zad) Das Amtsgericht Bernkastel-Kues hat zwei Männer aus Trier wegen Einbruchs in mehreren Fällen zu Freiheitsstrafen von einem Jahr und sechs Monaten sowie zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Zwölf Einbrüche im Raum Bernkastel-Kues im August und September 2009 gehen auf das Konto des Duos.

Einen 22-jährigen arbeitslosen KFZ-Mechatroniker erwartet eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Staatsanwalt Benjamin Gehlen hatte zwei Jahre und sechs Monate gefordert. Ins Strafmaß flossen zudem Waffenbesitz (Butterfly-Messer) sowie Fahren ohne Führerschein, Unfallflucht sowie unterlassene Hilfeleistung mit ein. Im Spätsommer hatte der 22-Jährige in Trier-Ehrang zwei Jugendliche auf einem Motorroller angefahren, ohne sich um die Gestürzten zu kümmern. Dem anderen Angeklagten, ein 39-jähriger Arbeitsloser und Vater von sechs Kindern, steht eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten bevor. Beide Angeklagten zeigten sich bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Bernkastel-Kues geständig. Die beiden Komplizen waren in zwölf Gaststätten und Vereinsheime gewaltsam eingebrochen. Die dort erbeuteten Geldsummen und Gegenstände waren meist nur gering. Der angerichtete Schaden hingegen übersteigt die Höhe der Diebesbeute. Vor allem der jüngere der beiden Angeklagten ist den Justizbehörden bereits bestens bekannt. Er hat bisher schon Strafen für Betrug, Körperverletzung, Diebstahl, Urkundenfälschung und Bedrohung abgesessen. Auf das Urteil wirkte sich das umfassende Geständnis des 39-Jährigen mildernd aus. Bewährung kam bei beiden Angeklagten wegen der fehlenden positiven Sozialprognosen und der kriminellen Vergangenheit nicht infrage. "In kurzer Zeit haben Sie eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Dabei sind sie rücksichtslos vorgegangen. Sie haben mit ihren Taten Menschen getroffen, denen es finanziell nicht viel besser ging als ihnen selbst. Was Sie gemacht haben, ist eine erhebliche Sauerei", schloss Richter Oliver Emmer die Verhandlung.

Hintergrund: Bei einem Einbruch in einen Dönerladen im September des vergangenen Jahres erwischte eine Polizeistreife die beiden Angeklagten auf frischer Tat. Der 39-Jährige machte sofort reinen Tisch. Er gestand nicht nur die drei Einbrüche in der betreffenden Nacht, sondern auch neun weitere Einbruchsfälle in der Region. Dabei hatte er seinen Komplizen schwer belastet. Ohne das umfassende Geständnis des 39-Jährigen hätten neun der zwölf Fälle wahrscheinlich nicht aufgeklärt werden können, sagte Richter Emmer.

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