Einbrecherduo kommt in Entziehungsanstalt

Einbrecherduo kommt in Entziehungsanstalt

Fünf Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe und eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt: Dazu hat das Landgericht Trier die zwei Männer verurteilt, die in Wittlich in sieben Wohnungen und Häuser eingebrochen sind.

Wittlich/Trier. Eine Einbruchserie im September vergangenen Jahres in Wittlich hat insbesondere Senioren geängstigt: Gezielt drangen Unbekannte nachts in Häuser und Wohnungen ein.
Die Polizei konnte schnell Tatverdächtige festnehmen, auf die Täterbeschreibungen zutrafen und bei denen sie auch umfangreiches Beweismaterial fand. Da die Serie in den Wohngebieten schnell die Runde gemacht hatte, führte der schnelle Fahndungserfolg zum Aufatmen vieler älterer Menschen.
Viele Opfer schliefen


Viele Einbruchsopfer schliefen, zwei wurden wach, woraufhin die Einbrecher ohne Beute flüchteten. Das war im Fall einer Seniorin aus dem Wittlicher Musikerviertel anders. Sie schreckte aus dem Schlaf hoch, als sie den Lärm hörte. Ihr Zusammentreffen mit den Männern, die schon Wohnzimmer und Küche nach Beute durchsucht hatten, hat die 85-Jährige dann so erschüttert, dass sie nicht mehr alleine in ihrem Zuhause leben konnte. Sie gilt als stark traumatisiert und suchte auch Hilfe beim Weissen Ring (der TV berichtete).
Unter anderem war sie geschlagen worden, und die Einbrecher drohten ihr. Die Seniorin musste ihre EC-Karte mit Geheimnummer herausgeben. Danach wurde sie in ein Zimmer eingesperrt. Ihr wurden zudem, wie den anderen Opfern auch, Schmuck und Geld gestohlen. Außerdem wurden noch in derselben Nacht 1000 Euro von ihrem Konto abgehoben.
Die Polizei kam den Tätern schnell auf die Spur. Seit Ende September saßen ein 27-Jähriger und ein 35-Jähriger als Angeklagte für sieben Wohnungseinbruchsdiebstähle in Untersuchungshaft. Der Jüngere war im Ermittlungsverfahren geständig. Der Ältere hat sich bis zum Gerichtstermin nicht geäußert.
Räuberische Erpressung


Insbesondere wegen ihres Verhaltens gegenüber der 85-Jährigen wurde beiden Männern auch räuberische Erpressung vorgeworfen.
Am Dienstag, 16. April, verkündete die Große Strafkammer des Landgerichts das Urteil: Beide Angeklagten wurden zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Außerdem sollen die bereits erheblich vorbestraften Männer in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden.
Zu dieser Entscheidung erläutert Corinna Kraus, Richterin am Landgericht Trier und Medienreferentin: "Die Anordnung ergeht nur, wenn eine hinreichend konkrete Aussicht besteht, die Person durch die Behandlung in einer Entziehungsanstalt zu heilen oder über eine erhebliche Zeit vor dem Rückfall in den Hang zu bewahren und von der Begehung erheblicher rechtswidriger Taten abzuhalten, die auf ihren Hang zurückgehen."
Beide Männer sind ledig und haben keine Kinder. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. sos