Einbruchsversuche in Burg beunruhigen Einwohner

Einbruchsversuche in Burg beunruhigen Einwohner

Die Einwohner des Landscheider Ortsteils Burg wollen sich wieder sicher fühlen. Weil sich die Einbruchsversuche häufen, sind sie derzeit nervös. Wilfried Plohmann von der Polizei hat sie über Schutzmaßnahmen informiert.

Landscheid. Die Angst geht um im Landscheider Ortsteil Burg. In den vergangenen Monaten häufen sich dort die Einbruchsversuche. Ortsvorsteher Michael Comes kann von vier Fällen im letzten halben Jahr berichten. Auch er selbst ist betroffen. Bei ihm versuchten Diebe durch die Kellerfenster, Terrassen- und Balkontüren einzudringen, ließen aber ab, als Comes sie bemerkte. Bei einer älteren Dame, die nicht namentlich genannt werden will, schafften es die Einbrecher bis in den Wohnungsflur, wo sie die Eindringlingedurch Schreien vertrieb.
So weit solle es eigentlich nicht kommen, sagt Wilfried Plohmann. Zu den Aufgaben des Kriminalhauptkommissars von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Trier gehört die Präventionsberatung. Die Einwohner aus Burg haben ihn eingeladen, um zu erfahren, wie sie ihre Häuser sichern können. Seine Kernbotschaft: "Wir versuchen zunächst mal, den Täter draußen zu halten." Bereits in den Minuten vor der Versammlung sind die Einbrüche das Thema bei den rund 30 Bürgern. Viele sind schon vorsichtiger geworden, schließen die Türen zum Keller ab, lassen vermehrt Rollladen unten. Norbert und Hildegard Backes wollen weitere "Anregungen kriegen, wie man das Haus einbruchsicherer macht". Benedict Fetzen interessiert, "ob nur eine Alarmanlage der letzte Weg ist". All das kann der Experte leicht beantworten (siehe Extra).
Die Nervosität im Ortsteil ist auch bei einem Spaziergang merkbar. Fremde werden zweimal angeschaut. Die Einwohner haben sich organisiert und eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der sie einander über verdächtige Autokennzeichen und Personen informieren. Die Leute seien "sehr vorsichtig" geworden, erklärt Comes. Das führt mitunter auch zu Vorurteilen gegen Ausländer und Bettler. Davor warnt Plohmann explizit: "Es gibt Lumpen von allen Sorten."
Bei der Kriminalinspektion Wittlich sieht man die Entwicklung hingegen weniger kritisch. Zwar hätten sich die Einbruchszahlen bundesweit in den letzten drei Jahren fast verdoppelt (auf rund 150 000 im vergangenen Jahr), in Landscheid und Burg gebe es aber nicht mehr Einbrüche als in den Vorjahren. Maximal zwei Fälle seien in diesem Jahr zur Anzeige gebracht worden. Im Vorjahr waren es insgesamt drei. Von einer Serie könne man daher auf keinen Fall sprechen. Es handle sich eher um Gelegenheitsdiebe.
Plohmann rät trotzdem, alle Fälle und Beobachtungen zu melden. Nur so kann die Polizei sich ein Bild von den Tätern machen.Extra

Das rät der Experte: Fenster und Türen sind die Haupteinstiegsquellen für Einbrecher. Sie sollten sicherheitsgeprüft sein und mindestens Widerstandsklasse 2 haben. Das heißt, es muss länger als drei Minuten dauern, sie aufzubrechen. Länger versuchen es Diebe nur selten. Täter nicht provozieren oder versuchen, sie aufzuhalten. Die meisten Einbrecher fliehen, wenn sie ertappt werden. Geschlossene Rollläden hindern Einbrecher kaum. Sie suggerieren aber vor allem tagsüber, dass niemand zu Hause ist. Alarmanlagen können helfen. Ziel sollte es aber sein, den Täter draußen zu halten. cli

Mehr von Volksfreund