Eindringliche Szenen aus dem Alltag in Bolivien

Eindringliche Szenen aus dem Alltag in Bolivien

In Briedel sind Fotos vom harten Alltag in Bolivien zu sehen. Die Wanderausstellung des Bistums Trier wird am Freitag, 9. Januar, eröffnet. Die Ausstellung soll den Betrachter aufrütteln.

Briedel. (red) Am Freitag, 9. Januar, wird um 19 Uhr in der Briedeler Pfarrkirche St. Martin die fotografische Wanderausstellung über Bolivien eröffnet. Mitgestaltet wird der Abend von der Jugendband "The Trailer" aus Peterswald. Anschließend gibt es eine Begegnung im Pfarrgarten.

Die Bilder der Ausstellung zeigen Menschen, die von schlammigen Fluten bedroht werden, Menschen, die Verbrechen oder Verkehrsunfällen zum Opfer gefallen sind und auffallend viele martialisch gerüstete Polizisten. Viele Fotografien der Ausstellung "Por una cultura de paz - für eine Kultur des Friedens" lassen erahnen, dass die derzeitige Lage in Bolivien geprägt ist von Gewalt, Hass und Intoleranz.

"Viele von Ihnen haben von den Besetzungen und Straßenblockaden in den Nachrichten gehört und wissen um die bedrückende Zahl von Todesopfern", sagte der Geschäftsführer der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Trier, Ludwig Kuhn, bei der Eröffnung der Ausstellung in der Marienhaus-Klinik in Trier. Die Ausstellung zeigt Szenen aus dem Alltag in Bolivien, dem Partnerland des Bistums Trier.

Und dieser Alltag ist außerordentlich facettenreich, wie nach einem Gang durch die Ausstellung schnell klar wird. Denn es sind nicht nur die aus den Nachrichten bekannten Bilder von Polizisten mit Helmen, Schlagstöcken und Schilden. Genauso sind unbekümmert spielende Kinder, ausgelassen feiernde Anhänger von Sportvereinen oder fröhlich tanzende Menschen zu sehen. Laut Ludwig Kuhn kein Zufall: "Es sind Bilder, die die Spannungen zeigen, die es in dem Land gibt", erklärte er.

Diese Spannung zwischen Stadt und Land, zwischen traditioneller ländlicher Lebensweise und Moderne und zwischen Arm und Reich drohe das Land zu zerreißen. "Bolivien steht vor großen kulturellen, sozialen und politischen Herausforderungen", machte Kuhn klar. Angesichts der angespannten Lage in Bolivien sei es kein Wunder, dass Bilder von Gewalt häufig zu sehen seien: "In der momentanen Situation Boliviens sind die Fotos von Protesten und gewaltsamen Konflikten besonders aufrüttelnd", sagte der Bolivien-Kenner mit Blick auf die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Staatsmacht im Partnerland des Bistums.

Solidarität mit den Menschen dort sei jetzt wichtiger denn je: "Stehen wir gerade in dieser schwierigen Zeit an der Seite unserer Partner in Bolivien."